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Abschied mit schwerem Herzen

Anfang August hat Kathrin Vischer das Gemeindepräsidium von Radelfingen wegen ihres Wegzugs an Urs Kuhn übergeben. Das Amt sei ihr ans Herz gewachsen und werde ihr fehlen, sagt die Neu-Seedorferin.

Kathrin Vischer steht auf der Terrasse ihres Einfamilienhauses in Frieswil, das sie vor wenigen Tagen mit ihrem Mann und dem jüngsten Sohn bezogen hat. Die beiden älteren Kinder sind bereits ausgezogen. Sie schwärmt vom überwältigenden Ausblick, den sie von hier aus geniessen kann. Hinter dem Haus hat sie freie Sicht auf die Alpen, vor dem Haus kann sie das ganze Drei-Seen-Land bis zur Jurakette überblicken. «Wir hatten Glück, dass wir dieses Haus kaufen konnten. Seine Lage ist einmalig», sagt sie und lässt ihren Blick versonnen über das Panorama schweifen. Nur ein Schönheitsfehler Etwas wehmütiger werden Vischers Stimme und ihr Gesichtsausdruck, als sie in Richtung ihres bisherigen, langjährigen Wohnorts Detligen blickt. Denn mit dem Umzug nach Frieswil hat die Familie von der Gemeinde Radelfingen in die Gemeinde Seedorf gewechselt. Dieser Gemeindewechsel hat zur Folge, dass Vischer ihr Amt als Gemeindepräsidentin, das sie seit eineinhalb Jahren innehatte, abgeben musste. Da hilft es auch nichts, dass die Gemeindegrenze nur einen Steinwurf vom neuen Haus entfernt liegt. «Dass ich mit dem Ortswechsel mein Amt niederlegen musste, war der einzige Schönheitsfehler an dieser Entscheidung», sagt Vischer. Vermisst: Adrenalinkick Denn obwohl es vor den Gemeindewahlen im Herbst 2008 nach fünf Jahren als Gemeinderätin (parteilos, Ressort Schule) einiges an Überzeugungsarbeit aus dem Kollegium gebraucht hatte, damit sie sich für das Präsidium zur Verfügung stellte, möchte Vischer diese intensive Zeit im Amt nicht mehr missen. «Ich habe richtig Freude an der Aufgabe bekommen. Sie ist so spannend und vielseitig und hat meinen Horizont um ein Vielfaches erweitert», sagt sie. Sie habe sich ursprünglich nie für eine Karriere in der Politik interessiert, sondern sei eher zufällig über ihr Engagement im Schulverband und im Hauspflegeverein dazugekommen. Ihren Beruf als Ärztin hat Vischer daneben nie ganz aufgegeben. Sie arbeitet in Teilpensen an verschiedenen Praxen. Auf die Frage, was sie denn als ehemalige Gemeindepräsidentin am meisten vermissen werde, sagt Vischer mit einem fast entschuldigenden Lächeln: «Ich habe den Adrenalinkick bei den Gemeindeversammlungen richtig gerne bekommen.» Zuerst habe sie grossen Respekt gehabt vor dem Moment, an dem sie vor versammelter Gemeinde sprechen musste, doch dann habe sie gemerkt, dass sie sich in dieser Rolle wohl fühle, sagt sie. Dass sie sich allgemein in ihrer Rolle als Gemeindepräsidentin wohl fühlte, war auch nach aussen hin spürbar, wie Reaktionen aus ihrem Arbeitsumfeld zeigen. «Die Zusammenarbeit mit Kathrin Vischer war sehr angenehm, denn sie ist eine sehr offene, kommunikative Persönlichkeit», sagt Gemeinderatskollege und neu Vizegemeindepräsident Andreas Bähler (parteilos). Das Team habe unter der Führung von Vischer sehr gut funktioniert, fügt er an. Und auch Gemeindeverwalter Martin Riesen hat nur lobende Worte für seine ehemalige Chefin übrig: «Sie hat eine ruhige Ausstrahlung und geniesst von allen Seiten eine hohe Akzeptanz. Ich bin sehr traurig, dass sie ihr Amt nicht weiterführen konnte.» Bähler wie auch Riesen sind aber überzeugt, dass es auch unter dem neuen Gemeindepräsidenten Urs Kuhn (BDP) erfolgreich weitergehen wird. Bähler: «Ich sehe der Zukunft zuversichtlich entgegen. Wichtig ist, dass jetzt etwas Kontinuität in das Team kommt.» Bald Rätin in Seedorf? Obwohl sie in ihrer Rolle als Gemeindepräsidentin so richtig aufgeblüht ist, möchte sich Vischer zu diesem noch nicht darauf festlegen, ob sie sich auch im Seedorfer Gemeinderat engagieren wird. Isabel Rutschmann/bt>

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