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Abstriche bei der Bildung

schuleBei seinen Sparanstrengungen will der Regierungsrat keine Ausnahmen machen: Die Ausbildung – vom Kindergarten bis zur Universität – wird einige Millionen an das Sparpaket beitragen müssen. Die SP ist verärgert.

SP-Kantonalpräsident Roland Näf ist stinksauer, dass der Regierungsrat von seiner Forderung «Kein Sparen in der Bildung!» nichts wissen will. Schon heute würden Berner Schulkinder während der obligatorischen Schulzeit 550 Schulstunden weniger unterrichtet als in anderen Kantonen. «Nun wird der Rückstand noch erhöht», kritisiert der Schulleiter aus Muri. Tatsächlich stellt der Regierungsrat in seiner Antwort auf die Motion Näf eine Reduktion der Unterrichtszeit in Aussicht. In der Volksschule soll das Unterrichtspensum einer Schülerin oder eines Schülers pro Schuljahr um eine bis zwei Wochenlektionen reduziert werden. In welchem Fach Lektionen und damit jährlich einige Millionen Franken eingespart werden könnten, sagt der Regierungsrat nicht im Detail. Nur so viel: «Die Reduktion der Wochenlektionen könnte teilweise auch im fakultativen Bereich erfolgen.» Angesichts der «zum Teil hohen Pensen» der Schülerinnen und Schüler lasse sich diese Massnahme vertreten, ist die Kantonsregierung überzeugt. Schülerinnen und Schüler wirds freuen, Lehrpersonen, welche Pensen verlieren, schmerzen. Klassen gehen zu Das Fach Mathematik dürfte nicht zu den Verlierern gehören, zumal der Kanton Bern bezüglich Zahl der Wochenlektionen im interkantonalen Vergleich schon heute nicht mithalten kann. Dass Schulkinder, Lehrpersonen und Studierende «einen besonders hohen Preis zahlen» würden, ist für die Berner SP klar. Weniger Schulstunden minderten den Schulerfolg nämlich stark. Folgt der Grosse Rat in der Septembersession der Sparabsicht der Kantonsregierung, droht etlichen Landschulen das Aus. Diese Prognose wagt auch Näf. Von den Kürzungen an den Schulen werde die ländliche Bevölkerung am stärksten betroffen sein. «Optimierung der Klassenstrukturen» nennt der Regierungsrat diese Massnahme, die bereits das Budget 2012 um gut 21 Millionen Franken entlasten soll. Und wie will die Regierung dies erreichen? Im Kanton Bern werden im Schuljahr 2010/2011 insgesamt 575 Klassen im unteren Überprüfungsbereich geführt, 442 in ländlichen und 133 in städtischen Gemeinden. «Ein Teil dieser Klassen könnte geschlossen oder zusammengelegt werden, ohne die Qualität der Bildung zu gefährden», ist der Regierungsrat überzeugt. 9 Millionen Franken sollen jährlich eingespart werden können, weil der Ausbau von Tagesschulstrukturen weniger schnell vor sich geht, als dies der Regierungsrat geplant hat. Im Bereich der Berufsbildung soll dort eingespart werden, wo der Kanton Bern im Vergleich zu anderen Kantonen ein überdurchschnittliches Angebot hat. Etwa bei den Brückenangeboten, welche von 20 Prozent der Schulabgänger genutzt werden, sowie den Lehrwerkstätten. Zum Ergebnis beitragen würde auch die geplante Schliessung der Schlossbergschule in Spiez. Studiengebühren gehen rauf Bei den Hochschulen soll der Kantonshaushalt durch Mehreinnahmen entlastet werden. Die Erhöhung der Studiengebühren um 300 Franken pro Jahr führt bei der Universität zu 3,5 Millionen, bei der Berner Fachhochschule (BFH) zu 1,5 Millionen und bei der Pädagogischen Hochschule zu 600000 Franken Mehreinnahmen. Zudem soll die BFH den Kostendeckungsgrad bei ihren Weiterbildungsangeboten erhöhen, was den Kantonsbeitrag um 2 Millionen Franken verringern würde. Urs Egli>

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