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Änderung der Überbauungsordnung

Die Änderung der kantonalen Überbauungsordnung der KVA Thun ist kaum bestritten: Einzig Pro Regio Thun machte eine Einsprache. Der Verein wehrt sich gegen die Erhöhung der erlaubten Verbrennungsmenge.

Bis letzten Freitag lagen die Unterlagen zur Änderung der kantonalen Überbauungsordnung (ÜO) auf. «Bis am Montag ist eine Einsprache eingegangen», erläuterte Arthur Stierli vom Amt für Gemeinden und Raumordnung auf Anfrage. Die Einsprache kommt vom Verein Pro Regio Thun, der sich schon während der Mitwirkung kritisch geäussert hatte (wir berichteten). Mit der Änderung soll ermöglicht werden, dass anstatt wie bisher 100000 künftig bis zu 151000 Tonnen Kehricht verbrannt werden dürfen. Bereits in den vergangenen Jahren hat die Avag stets mehr Abfall verbrannt als erlaubt war. Die höhere Verbrennungsmenge begründete die Avag mit dem geringeren Heizwert des Abfalls, vor dem Bau der KVA Thun sei man von einem höheren Wert ausgegangen. Mit der neuen ÜO soll die thermische Leistung der KVA besser genutzt werden. Die Grenzwerte für Schadstoffe können gemäss dem Umweltverträglichkeitsbericht (UVB) auch bei der höheren Verbrennungsmenge eingehalten werden. Pro Regio kritisiert in der Einsprache die Erhöhung der Kapazität. «Es ist störend, dass das Nichteinhalten der Verbrennungsmenge nun legalisiert werden soll», erläuterte Rechtsanwalt Oliver Köhli, der Pro Regio vertritt. Der Bedarf für die Erhöhung der Menge sei nicht nachgewiesen, für die Verbrennung der Abfälle aus der Avag-Region reiche der bisherige Rahmen aus. Zudem erwartet Pro Regio durch die höheren Mengen auch mehr Verkehr sowie eine Zunahme des Störfallrisikos. Darauf gehe der UVB zuwenig ein. Avag-Direktor Heiner Straubhaar widerspricht Pro Regio: Die Abfallmenge aus der Avag-Region sei schon heute grösser als 100000 Tonnen. Der Verkehr nehme mit der Erhöhung etwas zu, das Störfallrisiko aber nicht (vgl. Haupttext). Bisher habe es keine Zwischenfälle gegeben. Nach einer Einspracheverhandlung mit Pro Regio Thun wird die Justiz-, Gemeinde- und Kirchendirektion entscheiden. Die nächste Instanz für einen Weiterzug ist der Regierungsrat und anschliessend das Verwaltungsgericht. rdh>

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