Zum Hauptinhalt springen

Aktivisten nennen ihr Camp jetzt einfach «Mahnwache»

AKW-ProtestEin Zeltlager am Viktoriaplatz will die Stadtregierung nicht dulden, eine Mahnwache dagegen schon. Also nennen die Aktivisten ihr Camp jetzt «Mahnwache». Sie wollen die Zelte nicht abbauen – und planen eine wöchentliche Demo.

Was ist eine Mahnwache? Auf diese Frage werden sich in den nächsten Tagen die Verhandlungen der Stadt Bern mit den Atomkraftgegnerinnen und -gegnern konzentrieren. In diesem Punkt habe man «bisher keinen Konsens gefunden», sagten die AKW-Gegner gestern an einer Medienorientierung. Sie bezeichnen ihr Protestcamp darum nun einfach als «Mahnwache» und wollen vorerst Zelte und Küche auf dem städtischen Rasenstück nicht abbauen. Dort wohnen wollen sie so lange, bis das Atomkraftwerk Mühleberg abgestellt ist. Eine Mahnwache in Form eines Zeltlagers komme nicht infrage, betont aber der städtische Sicherheitsdirektor Reto Nause unmissverständlich. «Keine Happenings nötig» «Eine Mahnwache muss auf einen kleinen Teil des Geländes beschränkt sein und ruhig ablaufen», sagt Nause. Dass ständig Personen vor dem BKW-Hauptsitz campieren würden und dort Konzerte stattfänden, werde der Gemeinderat nicht tolerieren. «Geht es den Aktivisten wirklich um die Sache, können sie ihr Anliegen auch mit einer Mahnwache kundtun. Dazu sind keine Happenings nötig.» Seit drei Wochen campieren nun schon AKW-Kritiker am Viktoriaplatz vor der BKW. Stand zu Beginn der Protestaktion ihr Anliegen im Fokus des Interesses, wird nun von Tag zu Tag die Debatte mit der Stadtregierung mehr zum Thema. «Das ist natürlich nicht in unserem Sinn», sagte gestern einer der Aktivisten. Man solle über den Ausstieg aus der Atomenergie diskutieren, nicht über das Camp. «Es ist lächerlich, dass sich der Gemeinderat gegen unser überschaubares Zeltlager starkmacht, anstatt für die Stilllegung von Mühleberg.» Minimales Entgegenkommen Minimales Entgegenkommen zeigten die AKW-Gegner am Donnerstag: Sie räumten diejenigen Zelte ab, welche sie über Ostern auf der gegenüberliegenden Seite der Viktoriakreuzung aufgebaut hatten. «Damit haben wir die Forderung der Stadt erfüllt», befand gestern eine Aktivistin im Gespräch. So einfach dürfte das aber nicht erledigt sein. Der Gemeinderat hat den Protestzeltlern klar signalisiert, dass auch auf dem Rasenstück vor der BKW keine Zelte mehr geduldet werden. Wie geht es nun weiter? Sowohl Sicherheitsdirektor Reto Nause als auch die Organisatoren des Camps betonen, dass sie weiterhin bereit für Gespräche seien. Oberstes Ziel der Stadtregierung ist es, die Aktion zu einem friedlichen Ende zu bringen. «In welcher Form unser Protest weitergeht, darüber müssen wir mit der Stadt verhandeln», sagte ein Aktivist. Klar sei aber schon jetzt, dass eine «Mahnwache» aus Menschen bestehen und «leben» müsse. Vorerst planen die Aktivisten keinen Abbau ihres Protestlagers, sondern vielmehr einen Ausbau des Rahmenprogramms mit einem grossen Festival über Pfingsten und einer Grossdemonstration in Mühleberg (siehe Kasten).Mirjam Messerli>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch