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Al-Baradei fordert Mubaraks Rücktritt

ÄgyptenDer frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, Mohammed

Der ägyptische Friedensnobelpreisträger Mohammed al-Baradei möchte die Übergansregierung führen. Der pensionierte Berufsdiplomat rief Präsident Hosni Mubarak gestern vor dem Hintergrund anhaltender Unruhen offen auf, sich zurückzuziehen. «Wenn die Menschen, vor allem die jungen Menschen, möchten, dass ich den Übergang anführe, werde ich sie nicht hängen lassen», sagte der frühere Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) am Wiener Flughafen kurz vor seiner Abreise nach Kairo. Nach seiner Ankunft sagte al-Baradei in Kairo, er sei gekommen um sich dem Volk und dessen Protest anzuschliessen. Mubarak habe dem Land 30 Jahre lang gedient und es sei Zeit für ihn, sich zur Ruhe zu setzen, sagte der 68-jährige al-Baradei der Nachrichtenagentur Reuters. Keine Rückkehr mehr Der 82-jährige Mubarak müsse ankündigen, bei der Wahl im September nicht mehr anzutreten. Eine Rückkehr zum alten System werde es nicht geben, sagte al-Baradei weiter: «Das Volk hat die Kultur der Angst durchbrochen, und wenn einmal die Kultur der Angst durchbrochen wurde, gibt es kein Zurück mehr.» Al-Baradei hatte im vergangenen Jahr versucht, sich als führender Gegenspieler zu Mubarak zu etablieren und könnte nun zum Kopf der Oppositionsbewegung werden. Kritiker halten ihm jedoch vor, zu lange im luxuriösen Wien verbracht zu haben, statt sich den Problemen in seiner Heimat zu widmen. Unterdessen hielt der Druck der Strasse auf die Regierung in Kairo am dritten Tag der Proteste an. In Suez steckte eine Menschenmenge eine Polizeiwache in Brand und legte auch an einem Büro der Mubarak-Partei Feuer. Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein. Seit Beginn der Proteste am Dienstag wurden in ganz Ägypten mindestens 1000 Menschen festgenommen, wie ein Vertreter der Sicherheitskräfte sagte. 46 davon seien wegen «Aufruhr und Sabotage» angeklagt worden. Von Seiten der Regierung gab es keine Zeichen für ein Einlenken. Mubaraks Nationaldemokratische Partei (NDP) dementierte gestern Gerüchte, wonach führende NDP-Politiker vor den Protestaktionen ins Ausland geflohen sein sollen. Zuvor war in Kairo gemunkelt worden, Präsidentensohn Gamal Mubarak habe sich mit Frau und Kind nach London abgesetzt. sda>

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