Alle wollten in Interlaken schiessen

Interlaken

Schlange stehen vor dem Schiessstand im Zelt auf der Höhematte in Interlaken: Zahlreiche Frauen, Männer, Kinder und Jugend­liche nahmen am Mittwochnachmittag am Publikumsschiessen teil.

Es wurde nicht nur geschossen: Am Mittwoch konnten Interessierte in Interlaken auch steinstossen, schwingen oder hornussen.

Auf dem westlichen Teil der Höhematte in Interlaken war man am Mittwoch mit vier Franken dabei und konnte ohne Zeitlimite mit Gewehr, Pistole, Biathlon oder Klappscheibe (fünf Schuss in zwanzig Sekunden) auf die Zielscheibe schiessen. Zahlreiche Helfer in blauen Unspunnen-Shirts boten ihre Hilfe an und ­waren für die Sicherheit besorgt. Urs Wenger vom OK: «Die meisten, die hier mitmachen, kommen zum ersten Mal in Kontakt mit einer Sportwaffe.» Jeder Schütze hatte drei Probeschüsse und danach zehn Schüsse, die zählten.

Medaillen verteilt

Sämtliche Treffer wurden elektronisch erfasst, täglich gibt es je eine Gold-, Silber und Bronzemedaille zu gewinnen. Wer keine ruhige Hand hatte, konnte die Waffe auflegen. «Das Schiessen mit Auflage ist neu und kommt aus Deutschland», so Helfer Kurt Häsler (73), der den Sport seit 50 Jahren betreibt. Triumphieren konnte der erfahrene Schütze Willi Walter aus Hasliberg-Gol­dern: «Ich habe heute nur mal zum Spass geschossen und mein Ziel erreicht, ein Abzeichen zu bekommen.»

Dynamik und Präzision

Auf dem Areal neben dem Festzelt brachte Walter König, Obmann des Eidgenössischen Hornusser-Verbands, einer Schulklasse aus Eggiwil bei Langnau das Hornussen bei. Bei dem Spiel geht es darum, mit Dynamik, ­Geschwindigkeit, Konzentration und Präzision einen sogenannten Nouss mit einer Holzschindel am Stab zu schlagen oder abzuwehren.

König: «Das Spiel ist für ­jeden und jede spielbar. Es können mehrere Generationen miteinander spielen, Kameradschaft wird sehr grossgeschrieben.» Ausgerüstet mit Helm und Gesichtsschutz, versuchten die Kinder den «Nouss», hier einen Tennisball, zu schlagen oder abzuwehren und hatten dabei grossen Spass, wie etwa der sieben Jahre alte Martin Salzmann aus Eggiwil. Obmann König: «Das Hornussen kann man schon im Alter von etwa sechs Jahren lernen, wir zeigen die alte Tradition gerne den Schulklassen.»

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt