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Alpinist tödlich verunglückt

bergunfallDer Freiburger Extrem-Alpinist Erhard Loretan ist am Donnerstag, seinem 52. Geburtstag, am Grünhorn in den Tod gestürzt.

Erhard Loretan ist tödlich verunglückt. Seine 38-jährige Begleiterin wurde schwer verletzt. Loretan war der dritte Alpinist, der alle 14 Achttausender bezwungen hatte. Zum Absturz kam es gegen 12 Uhr auf dem Gemeindegebiet von Fieschertal im Oberwallis. Wie die Kantonspolizei Wallis gestern mitteilte, stürzte die von Loretan als Bergführer geleitete Zweierseilschaft kurz vor dem Gipfel des Grünhorns auf rund 3800 Metern über Meer aus ungeklärten Gründen ab. Eine andere Bergsteigergruppe fand die Absturzspuren und löste kurz nach Mittag Alarm aus. Wegen starken Nebels konnten Helikopter der Air-Glaciers nicht zum Unglücksort fliegen. Die zu Fuss und auf Skiern angerückten Retter konnten gegen 16 Uhr nur noch den Tod Loretans feststellen. Seine Begleiterin wurde schwer verletzt mit einem inzwischen doch noch eingetroffenen Helikopter ins Spital geflogen. Der Tote wurde in der Nacht auf gestern identifiziert. Jean-Marie Bornet, der Sprecher der Kantonspolizei Wallis, sagte gestern, die Frau sei bei Bewusstsein. Sie habe mehrere Brüche und innere Verletzungen erlitten. Die Verletzte stammt aus dem Kanton Bern und wohnt in Genf. Gemäss Bornet gilt das Grünhorn nicht als besonders gefährlicher Berg. Alpinismus sei aber generell nicht risikolos. Es reiche, dass ein Mitglied einer Seilschaft den Halt verliere und die anderen mitreisse. Das scheine hier der Fall gewesen zu sein. Loretan war mit seiner Klientin zu einer ausgedehnten Tour in der Jungfrau- und Aletschregion aufgebrochen, wobei sie mehrere Gipfel bestiegen. Am Donnerstag brachen sie von der Finsteraarhorn-Hütte aus auf. Eine Untersuchung der Unglücksursache läuft. Sie wird im Auftrag der Oberwalliser Staatsanwaltschaft von der Berner Kantonspolizei geführt. Der Unfall ereignete sich an der Grenze zwischen den Kantonen. Glänzende Alpinistenkarriere Loretan war ein Extrembergsteiger der Spitzenklasse. Als dritter Mensch überhaupt bezwang er bis 1995 alle 14 Achttausender der Erde. Sein Leben war nicht frei von Tragik, schüttelte er doch seinen sieben Monate alten Sohn zu Tode. Dafür wurde er 2003 in Bulle FR wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Freiheitsstrafe von vier Monaten verurteilt. Vor Gericht sagte er: «Die Strafe, die Sie mir auferlegen, ist kein Vergleich zu dem, was ich bis zum Ende meiner Tage mit mir trage.» Loretan hatte am 24. Dezember 2001 die Nerven verloren, weil sein einziger Sohn schrie. Das Kind starb aufgrund des Schütteltraumas. Loretan gestand und stimmte der Veröffentlichung seines Namens zu, um auf die Folgen des Babyshakings hinzuweisen. Loretan begann seine Bergsteiger-Karriere im Alter von zehn Jahren im heimischen Greyerzerland. Am 5. Oktober 1995 bezwang er zusammen mit Jean Troillet den 8586 Meter hohen Kangchenjunga in Nepal und vollendete seinen 14. Achttausender. Vor Loretan war dies nur dem Italiener Reinhold Messner und dem Polen Jerzy Kukuchka gelungen. sda>

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