Zum Hauptinhalt springen

Als das lange Warten vorbei war

Thun vor 150 JahrenDer neue Fahrplan gab auch schon im 19.Jahrhundert zu reden. Erfreut stellte der Zeitungsredaktor fest: Thuner müssen nicht mehr stundenlang auf den Zug nach Bern warten.

Reisen mit dem öffentlichen Verkehr war in den Anfangszeiten des Zugverkehrs mit Strapazen verbunden. Verbesserungen des Fahrplans waren deshalb auch vor 150 Jahren in der Lokalpresse ein Thema. «Mit dem neuen Fahrplan brauchen Oberländer nicht mehr stundenlang auf den Zug nach Bern zu warten», lautete am 20.November 1861 die Schlagzeile. Allerdings waren die Schiffsverbindungen ins Oberland (einen Zug gab es damals noch nicht) ein Ärgernis. «Thuner können immer noch nicht in einem Tag mit dem Schiff nach Interlaken und zurück», schrieb der Redaktor. Aber auch andere Themen gaben damals zu reden: 2.11.1861 Der hiesigen Burgergemeinde sind durch die Einbürgerung der Heimatlosen und Landsassen 46 Personen, vom Korber über die Näherin und den Sträfling in Torberg bis zur Grundbesitzerin, als Burger zugeteilt worden. 6.11.1861 Lebensmittelpreise in Thun. Fleisch per Pfd.: Rind Fr. –.45, Kalb –.60, Schaf –.50. Anken in Ballen à 1 Pfd. Fr. –.80 bis –.85. Kartoffeln per Zentner Fr. 2.80 bis 3 Fr. 10 bis 11 Eier für 60 Cts. 9.11.1861 Die Spendkommission von Thun wünscht sofort bei einer rechtschaffenen Person ein zirka 2-jähriges Knäblein in Kost und Pflege zu geben. Bewerber dafür wollen sich innert 24 Tagen bei Hrn. Polizei-Inspektor Spring dahier anmelden. 13.11.1861 Mit dem 15.November verkehren die Dampfschiffe auf weiteres, gegeben durch die ankommenden Bahnzüge, wie folgt: Thun ab nach Neuhaus morgens 6.39 Uhr und mittags 12.10 Uhr. 13.11.1861 In der Gemeinde Thun betragen die diesjährigen Staatssteuern Fr. 17522.65, nämlich Grundsteuer Fr. 6734.06, Kapitalsteuer 6430.48 und Einkommenssteuer Fr. 4358.11. 13.11.1861 Die vereinigten musikalischen Kräfte Thuns gedenken diesen Winter einen Zyklus von Konzerten abzuhalten, was den Musikliebhabern ächten Genuss bereiten wird. Zur Hebung dieses Kunstgenusses wird gewiss nicht in geringem Masse der Umstand beitragen, dass es der vereinigten Musikgesellschaft unserer Stadt endlich gelungen ist, ein treffliches Konzertinstrument aus der Pianofortefabrik von Hüni&Hübert in Zürich anzuschaffen. Das erste Konzert wird nächsten Sonntag im Falken-Saal stattfinden. 16.11.1861 Behufs leichterer Verbindung mit dem Oberland wird vom 15. d. M. an das erste Schiff von Neuhaus bereits um 6.30 Uhr abgehen und der erste Zug von Thun nach Bern um 8.10 Uhr fahren. 16.11.1861 Die hier neu gegründete Waffenfabrik der Herren R. von Erlach und Comp. hat sich bereits bedeutender Bestellungen zu erfreuen. Wie wir hören, hat dieselbe auch eine gute Akquisition gemacht, durch den vorteilhaft bekannten Büchsenschmied Herrn Hermann aus Bern, der als Werkführer engagiert ist. 20.11.1861 Oelverkäufer der Gemeinde, welche die Lieferung des benötigten Oels zur Beleuchtung der Strassen und des Wachtzimmers bis zum Beginn der Gasbeleuchtung zu übernehmen gedenken, wollen ihre Angebote schriftlich der Gemeindekanzlei einreichen. 20.11.1861 «Endlich! Das Eis ist gebrochen, die Herzen haben ihre Rinde gesprengt, der Flügel ist da, auf dessen mächtigen Schwungfedern sich der Eifer der Gebenden wie die Teilnahme der Empfangenden höher heben wird», beginnt der Bericht über das erste Abonnementskonzert der neuen Musikgesellschaft. 23.11.1861 Thun, einer der Hauptwaffenplätze der Schweiz, hat immer noch seine alte Kaserne, über die schon viel geschrieben und geklagt worden ist, aber bis jetzt ohne Erfolg. An Plätzen zu einem Neubau fehlt es nicht, es sind deren über ein halbes Dutzend vorhanden, dennoch wird in der Sache nichts getan. 27.11.1861 Hr. Riedinger hat letzten Montag in Begleit der betreffenden Beleuchtungskommission die Plätze bezeichnet, an denen die Gaslichter zur öffentlichen Beleuchtung erstellt werden sollen. Es werden im ganzen 50 Laternen errichtet. Der Gemeinderat hat nun die vorgeschlagenen Standorte genehmigt und für den Ankauf eines Platzes für die Gasanstalt einen Ausschuss bezeichnet. 27.11.1861 Wegen Ablauf der Amtsdauer auf 1.Januar 1862 werden hiermit laut Beschluss des Gemeinderates die folgenden Gemeindestellen zur freien Bewerbung ausgeschrieben: der Quartiermeister, zwei Feuerinspektoren, der Bibliothekar, der Stadtuhrenrichter, der Waagmeister, der Siegrist, der Organist, der Blasbalgzieher, der Wegknecht, ein rufender und ein heimlicher Nachtwächter, der Ausrufer, der Totengräber und der Aasaufseher. Im Auftrag des Gemeinderates: Der Sekretär: Krebser, Notar. 30.11.1861 Der Gemeinderat von Thun hat den Bezug der Grund-, Kapital- und Einkommenssteuer pro 1861 zuhanden des Staates dem Herrn Rudolf Müller, Gemeinde-Seckelmeister, übertragen. pdQuelle: Stadtarchiv Thun>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch