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Als Hommage eine Erstaufführung

Am zweiten Konzertabend des Gaia-Kammermusikfestivals in der Kirche Blumenstein spielten Musiker zu Ehren Robert Schu-manns. Das Klavierquartett in c-Moll gelangte

Der zweite Konzertabend des Gaia-Kammermusikfestivals war eine Hommage an Robert Schumann anlässlich dessen 200.Geburtstags. Im stimmungsvollen Ambiente der Kirche Blumenstein erstrahlten die Werke des deutschen Komponisten in neuem Glanz. Das Motto des zweiten Konzerts lautete «Vintage»: Der im deutschen Sprachraum etwas weniger geläufige englische Begriff wird unter anderem zur Bezeichnung eines ausgezeichneten Jahrgangs eines Weins verwendet oder steht schlicht für «klassisch». Einmalig und ausgezeichnet waren denn auch die Stücke Schumanns, die Gwendolyn Masin, künstlerische Leiterin des Gaia-Festivals, liebevoll für das Konzert ausgewählt und zusammengetragen hatte. Zudem hielt Masin für das Publikum einige Überraschungen bereit, so etwa Schumanns «Fantasiestücke» op. 73 und das Klavierquartett in c-Moll, beides Erstaufführungen. «Längster Atem der Welt» Eröffnet wurde der Konzertabend mit den «Fantasiestücken», gespielt von Martin Kuuskmann am Fagott und Robert Kulek am Klavier. Das verspielt poetische Werk schrieb Schumann ursprünglich für Klarinette oder Violoncello. Das hielt den Fagottisten aber nicht davon ab, das Stück kurzerhand für sein Instrument umzuschreiben. Eine mutige Entscheidung, die sich gelohnt hat, denn Kuuskmann gelang es mit seinem Instrument, den «Fantasiestücken» eine völlig neue und äusserst reizvolle Note zu verleihen. Die lang gezogenen Passagen, die für ein Blasinstrument sehr anspruchsvoll sind, meisterte er mit Bravour. Gwendolyn Masin verlieh Kuuskmann dafür kurzerhand den Titel «Der Mann mit dem längsten Atem der Welt». Hohes technisches Niveau Der zweite unbestrittene Höhepunkt des Abends war die Schweizer Erstaufführung von Robert Schumanns Klavierquartett in c-Moll. «Nach langer Recherche haben wir festgestellt, dass dieses Werk noch gar nie in der Schweiz aufgeführt wurde», erklärte Gwendolyn Masin. Da das Stück nicht als Originalquelle erhalten ist, fehlten den Gaia-Musikern einige Streichertakte und Strecken der Klavierpartitur für die linke Hand. Roman Zaslavsky (Klavier) ergänzte die fehlenden Stellen und trug das anspruchsvolle Jugendwerk Schumanns zusammen mit Lena Neudauer (Violine), Emi Ohi Resnick (Viola) und Timora Rosler (Violoncello) vor. Das hohe technische Niveau der Musiker und ihr harmonisches Zusammenspiel liess diese Uraufführung zu einem einmaligen Ereignis werden.Therese Krähenbühl>

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