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Amstutz und Wyss haben die Nase vorn – Markwalder ist chancenlos

Wer den freien Berner Sitz im Ständerat besetzen wird, entscheidet sich erst am 6.März: Die Frage ist jetzt, wer neben dem Erstplatzierten Adrian Amstutz (SVP) und Ursula Wyss(SP) zum zweiten Wahlgang antreten wird.

Der FDP des Kantons Bern steht heute ein schwieriger Abend bevor (siehe auch Text unten): Sie muss entscheiden, ob sie Christa Markwalder am 6.März in den zweiten Wahlgang für den Ständeratssitz von Simonetta Sommaruga schicken will. Im ersten Wahlgang erzielte die FDP-Nationalrätin ein enttäuschendes Resultat: Mit 69303 Stimmen und einem Wähleranteil von knapp 20 Prozent landete sie weit abgeschlagen hinter der zweitplatzierten Ursula Wyss (SP), die 117835 Stimmen erreichte. Adrian Amstutz (SVP) schwang mit 136522 Stimmen und 38,9 Prozent Wähleranteil obenaus. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,8 Prozent. Enttäuschte MarkwalderAuf die Frage nach ihrem Befinden angesichts des Wahlresultats sagte Christa Markwalder gestern: «Glücklich wäre anders.» Sie habe einen engagierten Wahlkampf geführt und müsse sich von daher nichts vorwerfen lassen, sagte die Burgdorferin. Die Wahlen seien auch geprägt worden von den Abstimmungen, die Wähler an den Polen links und rechts mobilisiert habe. Dass ihr ihre EU-freundliche Haltung geschadet haben könnte, glaubt Markwalder nicht. «Es würde mich erstaunen, wenn die EU hier eine so zentrale Frage gespielt hätte.» «Zufrieden und dankbar» zeigte sich Adrian Amstutz. Dazu hatte er allen Grund: In sieben von zehn Verwaltungskreisen liess er seine Mitkandidierenden weit hinter sich. Nur in den Kreisen Bern-Mittelland, Berner Jura und Biel konnte Ursula Wyss (SP) Boden gutmachen, wobei Amstutz in der Stadt Biel mit 7860 erstaunlich viele Stimmen auf sich vereinigen konnte. Gestern konnte Amstutz nur noch hoffen, «dass mich die Wähler auch im zweiten Wahlgang so stark unterstützen werden». Auf die Frage nach der potenziellen Konkurrenz am 6.März sagte Amstutz: «Wir leben in einer Demokratie, und da entscheiden die Parteien frei, wen sie in den zweiten Wahlgang schicken.» Und er fügte an: «Sie müssen dann aber auch die Verantwortung übernehmen für ihren Entscheid.» Gutes Resultat für Wyss Keine Diskussionen dürfte das gestrige Wahlergebnis bei der SP auslösen: Ursula Wyss erreichte ein Resultat, das sie als «sehr motivierend für den zweiten Wahlgang» bezeichnete. Zusammen mit den Grünen wurde der SP-Kandidatin aufgrund der Grossratswahlen 2010 ein Wähleranteil von 29 Prozent prognostiziert, gestern erreichte sie 33,6 Prozent. Wyss führte das auf all die Leute zurück, die sie im Wahlkampf «auf den Strassen und an Bahnhöfen» unterstützt hätten. Wyss sagte: «Wenn ich davon ausgehe, dass das Wetter in den nächsten drei Wochen noch besser wird, könnten wir es schaffen.» Denn den zweiten Wahlgang werde jene Partei für sich entscheiden, die besser mobilisieren könne, da keine Abstimmungen stattfinden würden. Weit abgeschlagen auf dem vierten Platz landete Marc Jost (EVP). Er erzielte mit 27553 Stimmen einen Wähleranteil von lediglich 7,8 Prozent – und zeigte sich damit zufrieden. Immerhin bestätige dieses Resultat, dass er mit seiner Kandidatur eine Alternative geboten habe. Denn aufgrund der Grossratswahlen 2010 habe die EVP mit einem Wähleranteil von knapp 6 Prozent rechnen dürfen, sagte Jost, um dann aber doch einzugestehen: «Die erhoffte Überraschung ist nicht eingetreten.» Gestern wusste er noch nicht, ob er sich für den zweiten Wahlgang aus dem Rennen nehmen wird. Susanne Graf>

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