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An den Bächen lockt das Gold – auch im Emmental

BurgdorfWer belebte vor 40 Jahren die Tradition des Goldwaschens im Napfgebiet neu? Das und mehr ist derzeit an einer Sonderausstellung im Helvetischen Goldmuseum auf dem Schloss zu erfahren.

In den Bächen des Emmentaler und Luzerner Napfgebiets findet sich Gold, das ist allgemein bekannt. Aber in der Emme selber, und zwar auf dem Abschnitt bei Burgdorf? Wohl kaum. – Falsch geraten: Wer weiss, wie und wo suchen, wird auch in der Emme fündig. Werner Lüthi, Leiter des Helvetischen Goldmuseums auf dem Schloss Burgdorf, hat es bewiesen. Die Ausbeute, eine zünftige Prise Goldstaub, ist derzeit an der Wechselausstellung im Goldmuseum zu sehen. «Mit Gummistiefeln und Waschpfanne – auf Goldsuche in der Schweiz» nennt sich die kleine, aber anregende Ausstellung. Wer hat damit angefangen, das Goldwaschen, das bis ins frühe 20.Jahrhundert ein Nebenerwerb von Taglöhnern war, als Hobby zu etablieren? In welchen Regionen lohnt es sich, die Schaufel anzusetzen? Welche Utensilien werden benötigt? Diesen und anderen Fragen wird in Wort, Bild und Exponat in mehreren Vitrinen nachgespürt. Am besten erschliesst sich die Ausstellung im Rahmen einer Führung: Werner Lüthi, der selber Gold wäscht, weiss beim Erläutern viel Interessantes und Spannendes einzustreuen. Ein Blick auf die Goldkarte zeigt: Das edle Metall ist in der Schweiz an vielen Orten zu Hause. Besonders beliebt sind bei den Goldwäschern jedoch das Napfgebiet und das Bündnerland. Im Emmental werde das gemütliche Goldwaschen gepflegt, im Graubünden hingegen herrsche zuweilen ein rauerer Wind – «denn hier ist man auf die grossen Brocken aus», sagt Lüthi. Mit anderen Worten: In den Bächen des Emmentals und Entlebuchs findet sich das Gold in Form von mehr oder weniger bescheidenen Flittern, während im Bündnerland, etwa im jungen Rhein bei Disentis, durchaus auch die grösseren Nuggets zu finden sind. Um an diese Klümpchen zu kommen, verstossen die Goldwäscher dabei zuweilen auch gegen die Regeln von Naturschutz und Fairness. Mit Winden werden Felsbrocken, unter denen man Gold vermutet, von ihrem Platz weggezerrt, und auf der Jagd nach goldhaltigem Material unterhöhlen die Sucher oft ganze Uferpartien. Derlei ist rund um den Napf noch nicht zu beobachten; mehr als ein Dutzend etablierter Goldwäscher, die sich gegenseitig kennen und respektieren, sind hier nicht anzutreffen. Der «Goldbäcker» Um 1910, 1920 herum legten die letzten erwerbsmässigen Goldwäscher im Emmental und Luzernischen Schaufel und Pfanne beiseite. Erst zu Beginn der 1970er Jahre wurde die Goldsuche am und im Wasser neu belebt. Werner Lüthi hat dem Pionier in der Ausstellung eine eigene Vitrine gewidmet: Es war der Bäcker-Konditor Robert Maag aus Langenthal, der vor rund vierzig Jahren die Tradition des Goldwaschens im Napfgebiet wieder aufgriff, diesmal nicht zu Erwerbszwecken, sondern zur Erholung und Freude. «Er hat auch mich auf die Faszination des Goldes gebracht», berichtet Werner Lüthi. Nämlich über einen Artikel im Freizeitmagazin «Kosmos», das dem Gold suchenden Bäcker gewidmet war. Diese Ausgabe aus dem Jahr 1973 ist an der Ausstellung im Schloss ebenso zu sehen wie Maags selbst gebaute Waschschleuse und das Räf, mit dem er seine Werkzeuge buckelte. Ausgestellt ist auch die erste Münze, die Maag aus Napfgold prägen liess. Weil es seinerzeit noch keine Goldwäscherpfannen zu kaufen gab, musste Maag improvisieren; er verwendete zum Auswaschen des goldhaltigen Sands metallene Teigschüsseln. In Gebrauch waren bei den Hobbysuchern der ersten Stunde auch blecherne VW-Radkappen, die wie Näpfe geformt waren. Trick mit dem Löffel Heute sind eigens zum Goldwaschen angefertigte Kunststoffpfannen leicht erhältlich. Weiter braucht es eine Kiesschaufel, eine Schleuse und einen Kübel, zudem ein leeres Filmdöschen zum Verstauen des Fundguts, und los kann es gehen an den Bach der goldenen Träume, beispielsweise an den Hämelbach bei Trub. Hans Herrmannwww.helvetisches-goldmuseum.ch >

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