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«An der Spitze zu laufen, war grandios»

Caroline SteffenNach Rang zwei im Vorjahr beendete die Spiezerin Caroline Steffen den Ironman auf Hawaii heuer als Fünfte. Mit diesem Ergebnis war sie zufrieden.

Caroline Steffen, können Sie das diesjährige Rennen in wenigen Worten beschreiben? Caroline Steffen: Es war ziemlich hart. Warum? Die Hitze setzte mir enorm zu. Das ist atypisch, weil ich eigentlich heisse Temperaturen dem kalten Wetter klar vorziehe. Es regnete hier praktisch die ganze Woche. Am Renntag dagegen war es trocken, die Luftfeuchtigkeit aber extrem hoch. Sie wollten bereits im Schwimmen eine Distanz zu den härtesten Gegnerinnen legen. Ist dies gelungen? Überhaupt nicht. Nach dem Schwimmen dachte ich, es wäre nicht mein Tag. Ich nahm mir vor, zusammen mit Athletinnen aus dem Wasser zu kommen, die mich auf dem Rad hätten unterstützen können. Aber es kam völlig anders. Dennoch lief es in der zweiten Disziplin ausgezeichnet. Oh ja. Auf dem Velo fühlte ich mich super. Ich verlor auf die Schnellste, Karin Thürig, lediglich sechs Minuten. Damit bin ich sehr zufrieden. Sie machten sich als Zweite auf die Marathon-Laufstrecke. Dachten Sie auch an den Sieg? Natürlich. Ich wusste, dass die vor mir liegende Julie Dibbens keine starke Läuferin ist, und mein Vorsprung auf die spätere Siegerin war nicht übel. Dann übernahmen Sie tatsächlich die Führung. Können Sie Ihre Gefühle beschreiben? Ich führte von Kilometer 10 bis 25. An der Spitze zu laufen, war grandios. Unbeschreiblich schön, die Zuschauer haben mir zugejubelt. Warum brachen Sie ein? Wie erwähnt, hat mir die Hitze zugesetzt. Ich versuchte mich abzukühlen, goss mir flaschenweise Wasser über den Kopf. Nur genützt hat es nicht viel. Hinzu kommt, dass ich in diesem Jahr Defizite im Laufen habe. Woher kommt das? Ich war Anfang Jahr verletzt und konnte bis Ende Juli nur reduziert Laufen trainieren. Diese Verletzung hatten Sie bis jetzt verschwiegen. Ja, ich wollte nicht darüber reden. Ich unterschätzte die Blessur wohl auch etwas, aber ich hatte tatsächlich Schmerzen im rechten Fuss. Trotzdem gewannen Sie heuer fast jedes Rennen, an dem Sie teilnahmen. Ist Platz 5 auf Hawaii ein Rückschritt? Auf keinen Fall. Ich bin stolz auf dieses Resultat. Und glücklich. Aber vor dem Rennen spekulierten Sie auf den Sieg. Natürlich wollte ich gewinnen. So wie zahlreiche andere auch. Das Resultat steht jetzt aber fest und ist nicht änderbar. Hey, es war eine Weltmeisterschaft, und ich bin Fünfte geworden. Das ist doch ganz gut. Wie war der Medienrummel in diesem Jahr? Gewaltig. Im letzten Jahr musste ich vor dem Rennen genau ein Interview geben. In der vergangenen Woche waren es bis zu fünf Medientermine pro Tag. Ich bin bekannter geworden. Die Erwartungen sind gestiegen. Hat es Sie in der Vorbereitung gestört? Nein. Das gehört dazu. Gefragt zu sein, ist gut für mich, für unser Team und für die Sponsoren. Sieht man Sie auch im nächsten Jahr auf Hawaii? Natürlich. Ich werde wiederkommen. So lange, bis ich das Rennen gewinne. Interview: Stephan Dietrich >

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