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«Araber»-Take-away im Mehrweggeschirr

UmweltfreundlichDas Szene- und Esslokal Aarbergerhof in Bern setzt auf Mehrweggeschirr für Über-die-Gasse-Gerichte.

«Helfen Sie mit, die Abfallmengen in der Stadt Bern zu verkleinern. Und kaufen Sie einen Aarbergerhof-Take-away-Mehrwegteller. Tu was gegen den Abfall!» Dieser A4-Flyer klebt seit kurzem an der Scheibe des Pasta-Take-away-Restaurants Next Door, das zum Aarbergerhof in Bern gehört. Die Idee ist simpel – aber sie hat Potenzial: Anstatt Über-die-Gasse-Gerichte in einem Einwegbehälter ins Büro oder an den nächstbesten Bodensitzplatz zu tragen, kauft man sich in der Beiz für 10 Franken ein praktisches Mehrweggeschirr. Dieses weist einen Durchmesser von 22 Zentimetern auf, ist unterteilt in drei Mahlzeitenfächer und mit einem quietschroten Deckel versehen. Das Kunststoffteil ist praktisch unzerstörbar. Und seine Besitzerinnen und Besitzer müssen nicht nach jeder Mahlzeit den Einwegteller in den Müll schmeissen (oder – was für eine Schweinerei! – gleich auf der Strasse entsorgen). Den neuen Behälter kann man einfach auswaschen und wiederverwenden. Kein Gewinn mit dem Teller «Nein, als Umweltaktivisten sehe ich mich nicht wirklich. Aber ich finde, dass man mit dem Umweltschutz ganz konkret beginnen muss», sagt Daniel Bernoulli, der 41-jährige Inhaber des «Araber» (wie das Lokal im Szenejargon genannt wird). Und: « Ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg. Mit dieser Massnahme sorgen wir für weniger Abfall und weniger Umweltbelastung bei der Herstellung von Verpackungsmaterial.» Bernoulli hirnte schon seit längerer Zeit an einem neuen Geschirrkonzept für Take-away-Gerichte herum. Im Raum stand auch die Idee, Mehrweggeschirr für ein Pfand abzugeben und dieses Pfand bei Rückgabe des Geschirrs wieder zurückzuerstatten. «Aber bei bis zu 500 Gerichten pro Tag aus unseren drei Bereichen Thai-Food, Pasta und Tagesmenü würde dies ein heilloses Chaos bewirken. Und für uns einen unverhältnismässigen Mehraufwand bedeuten.» Also entschied sich Daniel Bernoulli, bei einem Grossverteiler Plasikgeschirr zu erwerben und in seinem eigenen Betrieb weiterzuverkaufen. Und dies mit Verlust, notabene. Denn der Behälter allein kostet 12 Franken und das aufgeklebte Pinguin-Logo des «Arabers» zusätzliche 2 Franken. Macht 14 Franken total. «Aber damit kann ich leben.» Und Bernoulli, der vor zwölf Jahren bei dem weitherum bekannten Lokal mit 38 Mitarbeitenden, bis zu 200 Sitzplätzen und einem äusserst beliebten Take-away-Bereich einstieg, scheint mit dem Geschirrkonzept ein echtes Bedürfnis zu befriedigen: «In kürzester Zeit verkauften wir 70 Stück. Und die Reaktionen der Gäste waren durchwegs positiv.» «Eine echte Vorreiterrolle» Aber nicht nur viele Kundinnen und Kunden finden die Idee mit den Mehrwegtellern gut. Auch Eveline Neeracher, Präsidentin Gastro Stadt Bern und Umgebung, zeigt sich begeistert: «Das ist eine echte Vorreiterrolle. Und dafür winde ich dem Aarbergerhof ein ‹Kränzli›. Vielleicht hat das ja auch eine Signalwirkung auf andere Betriebe, die Take-away-Essen anbieten.» Und: Es passe nicht zuletzt hervorragend ins neue Konzept zum Thema Sicherheit und Sauberkeit in der Berner Aarbergergasse. Eine Gasse, die in der Vergangenheit leider immer wieder wegen Gewalt, Müll und Schlägereien für Schlagzeilen sorgte. Wer weiss: Vielleicht wirkt jetzt ja eine kleine, schmucke Plastikschale für etwas Gegensteuer. Christian Werder >

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