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Asylbewerber wohnen an bester Lage

Sieben afrikanische Asylsuchende wohnen in Buchegg an bester Lage. «Kleine Gemeinden haben eben keine Alternativen», sagt Ulrich Bucher, Geschäftsführer vom solothurnischen Gemeindeverband.

Weil  keine Wohnung zu mieten war, wohnen in diesem Haus in Buchegg sieben afrikanische Asylsuchende.
Weil keine Wohnung zu mieten war, wohnen in diesem Haus in Buchegg sieben afrikanische Asylsuchende.
Robert Grogg

Die Unterbringung von Asylsuchenden bleibt Gesprächsthema (Ausgabe von gestern). Ulrich Bucher, Geschäftsführer des solothurnischen Gemeindeverbandes VSEG, sagt zum Fall der sieben Afrikaner, die in Buchegg an bester Lage wohnen: «Als früherer Gemeindepräsident in Zuchwil war ich auch mal in dieser Lage. Statt Wohnungen gleich ein Haus zu mieten wäre damals billiger gewesen, trotzdem haben wir darauf verzichtet.» Man könne der Bevölkerung kaum erklären, warum ein Haus beispielsweise wegen der Betreuung Sinn mache, vielleicht billiger sei, oder warum keine Alternative vorhanden sei. In einer grossen Gemeinde wäge man solche Argumente ab, in einer kleinen dagegen fehle jeder Spielraum.

Gemeinden zahlen drauf

Bucher vertritt die Meinung, der Kanton Solothurn zähle im Asylwesen schweizweit zu den Exoten und schiebe überdurchschnittlich viel auf die Gemeinden ab: «Jene Gemeinden, welche angesichts der vom Kanton angekündeten Welle von Asylsuchenden Wohnungen mieteten, stehen jetzt im Regen.» Sie müssen die Kosten nämlich selber tragen.

VSEG-Geschäftsführer Bucher bestätigt, dass es in den kleinen Gemeinden des Bucheggbergs wesentlich schwieriger ist, überhaupt geeigneten Wohnraum zu finden: «Deshalb müssen die Kontingente der zugewiesenen Asylbewerber kantonsweit handelbar sein.»

Kein Sonderfall

Eric Jaun ist Direktor der ORS Service AG, jener Firma, die Asylzentren des Bundes, der Kantone und vieler Gemeinden betreut. Er will den Kanton Solothurn nicht als Sonderfall bezeichnen. «Die Schwankungen bei den Asylsuchenden sind ein generelles Problem. Da die Gemeinden am Schluss der Kette stehen, trifft es sie am härtesten.» Für Jaun steht fest: «Die Betreuung verlangt grosses Fachwissen, egal, ob man mit einem halben Dutzend oder mehreren hundert Asylsuchenden zu tun hat.» Das bedeutet: Asylbetreuer in kleinen Gemeinden sind oft überfordert, weil sie diesen Job meist im Nebenamt erledigen.

Kyburg-Buchegg hat für die Betreuung der Asylsuchenden einen Vertrag mit der Firma ORS abgeschlossen. Es bildet zusammen mit Küttigkofen, Brügglen, Mühledorf und Lüterkofen einen Asylkreis. Die aussergewöhnliche Wohnsituation der sieben Afrikaner in Buchegg wird möglicherweise nicht von sehr langer Dauer sein. Das Haus gehört einer hochbetagten Frau. Wenn sie stirbt, dürften es die Erben verkaufen. «Die Unterbringung von Asylsuchenden ist ein emotionales Problem – Verwaltung und Politiker sollten mehr miteinander reden», sagt Ulrich Bucher.

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