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Auch Frutigen plant mit Hochdruck

«Wir planen eine zukunftsgerichtete Halle für das ganze Berner Oberland, auch für Grossanlässe», sagt der für das Ressort Landwirtschaft zuständige Gemeinderat Samuel Schmid am Telefon. Die Gemeinde Frutigen hat sich bei dieser Zeitung gemeldet – sie will über ihre Pläne für eine neue Viehmarkthalle informieren. Warum zügeln? Beim Marktplatz im Dorf Frutigen gibt es zu wenig Parkplätze für die Verkäufer und die Käuferschaft. Die Viehtransporter und «Bänne» müssen nach dem Auslad auf dem fernen Flugplatz abgestellt werden. Zudem ist der Boden der jetzigen Halle für allgemeine Nutzungen nicht unbedingt geeignet, da er ein zu grosses Gefälle aufweist. Ein Problem stellt aber auch die Lärmbelastung dar: Der Lärm am Marktplatz, vor allem am frühen Morgen, wird von den Anwohnern je länger je weniger toleriert. Darum arbeitet die Gemeinde Frutigen an einer neuen Lösung im Bereich des unteren Widi (an der Umfahrungsstrasse). Dort würden keine Anwohner gestört. Die geplante Halle soll rund 38 Meter breit und 70 Meter lang werden. Ein Teil ist als Markthalle mit Vermarktungsanlage vorgesehen – mit etwa 60 Prozent mehr Platz als in der bisherigen «Märithalle». In der geplanten Viehmarkthalle hat es Platz für Boxen, Andockstationen für den Tierverlad und einen Treibgang über die Waage. Zudem sind eine Arena mit Tribüne, ein Restaurant, ein Keller, eine Küche, Toiletten und ein Büro vorgesehen. «Die Halle soll auch gewerblichen Zwecken dienen und für Vereine, Ausstellungen, Verkehrsgarten und Zivilschutz zur Verfügung stehen», so Schmid. Gründe gibt es viele Warum die Gemeinde Frutigen jetzt aktiv werde, obschon vor zwei Wochen in Mülenen ein ähnliches Projekt (für 4 Millionen Franken, wir haben berichtet) lanciert wurde, habe gute Gründe, so Schmid. Er stellt fest: «Frutigen ist heute mit jährlich über 6000 vermarkteten Stück Vieh der grösste Marktplatz.» Der Marktort Frutigen sei bekannt und auch der grösste Schlachtviehvermarktungsplatz in der Schweiz – mit der besten Qualität und den höchsten Vermarktungspreisen der Tiere. Der Marktplatz Frutigen und die Markthalle seien mit den Viehzuchtgenossenschaften und dem Amtsverband Frutigen der Viehzuchtvereine realisiert worden. Wie Schmid sagt, konnten durch die Beteiligung der Landwirtschaft an der Markthalle gute Lösungen gefunden und mit der gegenseitigen Nutzung von Landwirtschaft und Gemeinde «ein sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis» realisiert werden. Zudem würden die Bauern befürchten, dass bei einer privat geführten Vermarktungshalle, an der die Landwirtschaft nicht beteiligt ist, eine totale Abhängigkeit entstehen könnte. «Das könnte die Landwirte, die dort vermarkten, teuer zu stehen kommen», glaubt Schmid. Wer hilft zahlen? Die Vorarbeiten für eine Umzonung des Baulandes im unteren Widi laufen. Die Umzonung ist Bestandteil der Zonenplanänderung, die den Stimmberechtigten im September an der Urne vorgelegt wird. Das Vorprojekt ist laut Samuel Schmid in Bearbeitung. «Ich könnte mir eine Finanzierung durch die Landwirtschaft, Gemeinden und das Gewerbe vorstellen», sagt Schmid, der verschiedene Finanzierungsansätze prüfen will. «Ausserdem werden Vermarktungsanlagen, die von landwirtschaftlichen Organisationen betrieben werden, vom Kanton Bern mitfinanziert», weiss der Frutiger Gemeinderat. Rösi Reichen >

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