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«Auf dem Feld zählen Börsenkurse nicht»

poloAm Hublot-Polo-Gold-Cup in Gstaad ist der in Bern aufgewachsene Daniel

Gewisse Vorzüge sind vielerorts hilfreich. Fertigkeiten, die sich Wirtschaftsgrösse Daniel Aegerter bei der Arbeit angeeignet hat, sind dem passionierten Polospieler bei der Ausübung seiner favorisierten Freizeitbeschäftigung von Nutzen. Mittels Menschenkenntnis die richtigen Leute zu rekrutieren, sie später zu motivieren, sie für eine Idee gewinnen – das könne er ganz gut, sagt der 42-Jährige. Zu Beginn eines jeden Jahres stellt er ein Ensemble zusammen; als Patron ist der Zürcher gesetzt – aber zugleich das schwächste Glied. Die Handicaps, die das Leistungsvermögen jedes Einzelnen spiegeln, müssten in der Summe 18 ergeben. «Und meine Aufgabe besteht darin, sie möglichst geschickt zu verteilen, um Erfolg zu haben.» Polo sei insofern einzigartig, als Amateure wie er gegen Weltklasseathleten spielten. «Stellen Sie sich vor, Ancillo Canepa (Präsident des FC Zürich, die Red.) würde gegen den FC Bayern mitspielen.» Handicap null hat Daniel Aegerter. Das passt so gar nicht zum erfolgreichen Unternehmer, einem Schwerreichen, der gemäss «Bilanz» zu den 300 Vermögendsten des Landes gehört. Eine Null ist Aegerter bestimmt nicht. Durch den rechtzeitigen Verkauf der Softwarefirma Tradex Technologies hievte er sich 2000 in den Kreis wohlhabendster Eidgenossen. Auf den guten Riecher kann Aegerter auch beim Polospielen zählen. Seine Funktion sei es, das Tun des gegnerischen Captains einzugrenzen. Am Wochenende in Gstaad etwa stiess er mit seinem Team Banque Baring Brothers Sturdza auf Gualtiero Giori, «einen Freund». Der sei sehr stark, «besser als ich». Er betrachtete es als seine Aufgabe, ihn am Skoren zu hindern. Das gelang ordentlich. Im ersten Spiel des Finaltags erzielte er gar ein Goal, ein Tor. Zweiter wurde Daniel Aegerter letztlich mit seinem Team. Ein Gewinner ist er in der Wirtschaft. Gemäss Spekulationen der Fachmagazine verfügt er über rund 350 Millionen Franken. Er war 18, als er erstmals ein Unternehmen gründete. Risikobereitschaft könne er bei den Polospielern im Allgemeinen ausmachen, sagt er. «Bei manchen ist sie zu ausgeprägt.» Es gelte, auch hier richtig zu dosieren. In Bern aufgewachsen Zwei- bis dreimal trainiere er pro Woche, sagt Daniel Aegerter. Manchmal spiele er auch mit seinem älteren Sohn. «Kürzlich sind wir an der Schweizer Meisterschaft in den Final gekommen. So was mit dem Sohn zu erleben, das freut einen natürlich riesig.» Polo sei gelegentlich auch Ablenkung vom stressigen Alltag. Er sagt: «Auf dem Feld zählen Börsenkurse nicht.» Aegerter, der lange in den USA gelebt hat, verbringt mittlerweile einen Grossteil des Jahres in der Schweiz. Er besitzt die Armada Investment Group. Auch wer in all den Jahren ganz schön gewachsen ist, besinnt sich mitunter ganz gern seiner Wurzeln. Daniel Aegerter ist in Bern aufgewachsen. Mit 12 verliess er die Hauptstadt. «Inzwischen habe ich zu Bern bloss noch einen nostalgischen Bezug, keinen aktiven.» Der Hublot-Polo-Gold-Cup sei für ihn deswegen was ganz Besonderes: «Ich kann meiner Leidenschaft nachgehen und überdies Kindheitserinnerungen aufleben lassen.» Ins Saanenland sei er immer Ski fahren gegangen. Das Wohl des Pferdes ist Daniel Aegerter wichtig. «Obwohl ich etwas von den Tieren verstehe, kann ich nicht behaupten, ein Kenner zu sein. Tierwissen und Tierliebe ist aber nicht dasselbe.» Er würde sich beidenorts in der Mitte ansiedeln. Der Vater zweier Söhne wirkt im Gespräch bescheiden; seinen Status lässt er einen nicht spüren. In Argentinien etwa leistet er zudem Entwicklungshilfe. Er ermöglicht Bedürftigen den Zugang zu sauberem Trinkwasser. «Das ist Teil meiner karitativen Arbeit. Letztlich geht es um Effizienz: Wie helfe ich möglichst sinnvoll? Haben die Leute sauberes Wasser, löst das gleich eine Menge ihrer Probleme.» Aegerter denkt eben nachhaltig. Auch das hat er in der Wirtschaft gelernt.Adrian Horn>

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