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Auf Partner-Pirsch im Clublokal

utzenstorfDie Schauspielleute Peter Lüdi und

Kleintheaterstimmung in Privathäuser, Firmen oder Restaurants zu tragen – das ist ein Ziel des Dorftheaters Utzenstorf. Mit dem Minikrimi «Schöner wohnen» konnten die Theaterleute Peter Lüdi und Fritz Eberhard einen ersten Erfolg verbuchen. Über sechzigmal spielten sie das Stück in den letzten zwölf Monaten in Privathäusern. Jetzt sind die Karten neu gemischt. Unter der Regie von Radiomacher Charles Benoit übten Peter Lüdi und Rosemarie Steiner ein neues Stück ein. Dabei geht es um Bekanntschaften aus dem Internet und die oft nicht ganz sanfte Landung in der Realität. «Kontakt – 3 Dates ir Beiz» heisst das Stück. Die Zuschauer nehmen am Treffen von drei unterschiedlichen Paaren teil. Zugeprostet wird immer, mal bei einem Cüpli, mal mit Scotch. Letzterer wurde von Frau Roos alias Rosemarie Steiner allerdings nie bestellt. «Proscht Heiri», mag sie denken, das verrät ihr konsternierter Blick. Altrocker Karlen nimmts gelassen. Auch bei den anderen Paaren scheint die Chemie nicht immer zu stimmen. Zwar suchen sie angestrengt nach Gemeinsamkeiten und lästern eifrig über andere. Komplimente vermischen sich mit Selbstdarstellungstrips, und zurück bleibt ein Gefühl von Einsamkeit. «Natürlich sind Sie einsam», sagt Karlen zu seinem Gegenüber. Wie es um ihn selber steht, kaschiert er mit seinem poltrigen Auftreten. Jeweils für zehn Minuten schlüpfen Peter Lüdi und Rosemarie Steiner in die Rollen von Menschen auf der Suche nach einem Partner. Die Szenen kämen gut an, und im Anschluss werde jeweils eifrig diskutiert, sagen die beiden. Im Privatleben sieht das bei Peter Lüdi anders aus: «Unter Männern in meinem Umfeld spricht man nicht über Kontaktseiten und Dates, oder wenn, dann höchstens abschätzig.» Auch Rosemarie Steiner muss passen: «Ich weiss, dass man heute offen über die Suche nach einem Partner spricht, aber bei meinen Kolleginnen ist das nicht wirklich Thema.» Sie vergleicht den gesellschaftlichen Wandel bei der Partnersuche mit dem Haarefärben: «Früher schottete man Frauen, die sich die Haare färben liessen, von den anderen Kundinnen ab, heute zelebriert man es, und Haarfärbemittel sind aus der Fernsehwerbung nicht mehr wegzudenken. Das läuft bei der Partnersuche ähnlich.» Peter Lüdi und Rosemarie Steiner spielen seit Jahren beim Dorftheater Utzenstorf mit. Entsprechend eng sind die Kontakte zu Regisseur Charles Benoit. Dieser kannte das Stück der Autorin Sylvia Hoffman aus dem Radio. Die Hörspielfassung umfasste vier Szenen, daraus sind nun drei Inputs geworden, die jeweils zwischen den Menügängen gespielt werden. Die Buchungen seien bereits recht gut angelaufen, sagen die Schauspieler. Nach dem Start im Gasthof Freischütz touren die beiden seit November durch Clubs, machen in Privathäusern halt und würzen Firmenfeste mit ihren scharfzüngigen Einlagen. Ursula Grütter www.dorf-theater.ch >

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