Aufruf zum Mitmachen im Museum

Hofstetten

«Mitmachen» heisst in dieser Saison das Motto im Freilichtmuseum Ballenberg. Seit dem 13. April sind die Türen geöffnet.

Der kleine Kiosk aus Bönigen ist jetzt fachgerecht restauriert. Zu kaufen gibt es Sachen, die einst Bönigens Hotelgästen angeboten wurden.

Der kleine Kiosk aus Bönigen ist jetzt fachgerecht restauriert. Zu kaufen gibt es Sachen, die einst Bönigens Hotelgästen angeboten wurden.

(Bild: Anne-Marie Günter)

«Mitmachen!» ist das Motto des Freilichtmuseums Ballenberg für die Saison 2019. «Mitmachen!» hiess es auch für die Gäste der offiziellen Saisoneröffnung: Sie fand im einstigen Werkhof von Aarau statt, und die Bise zog durch alle Ritzen des Holzbaus. Die Geschichtenerzählerin Charlotte Wittmer erzählte mit Wort und Ton Sagen aus dem Gebiet am Jurasüdfuss, und Betriebsdirektor Peter Kohler verteilte mundraumfüllende, runde Bonbons im typischen glanzlosen Papier: «Füfermöcke», ein Evergreen aus einem einst schmalen Angebot an Süssigkeiten.

Zum Apéro gabs Toggenburger Schlorzifladen, genossen im Kreis von sehr stattlichen Bauernhäusern aus der Ostschweiz. «Im kleinen Paradies mitten im Paradies Schweiz» begrüsste Franz Brun, Vizepräsident des Stiftungsrats, die Gäste. So habe Bundesrat Johann Schneider-Ammann das Freilichtmuseum Ballenberg an der Jubiläumsfeier im Mai 2018 bezeichnet.

Bereit für Besucher

130 Saisonmitarbeitende hätten sich in den letzten 14 Tagen intensiv auf ihre Tätigkeiten im wohl grössten Museum der Schweiz mit rund 200'000 Besuchern in nur 6 Monaten vorbereitet, sagte Betriebsdirektor Peter Kohler. Im Jubiläumsjahr (50 Jahre nach der Stiftungsgründung und 40 Jahre nach der Eröffnung) sei es gelungen, dass das Museum in seiner schweizweiten Bedeutung besser wahrgenommen werde.

«Wir wollen das Museum wieder vermehrt als Kulturerbe verankern», erklärte die wissenschaftliche Leiterin Beatrice Tobler eine Zielrichtung der Stiftung. Das Museum sei eine Quelle für historische Forschungen. Objekte sind die gut hundert gut dokumentierten und nach wissenschaftlichen Kriterien wiederaufgebauten ländlichen Gebäude aus der ganzen Schweiz und viele Sammlungen.

Für Besucher ist der Ballenberg ein weitläufiges attraktives Wander- und Spaziergelände mit grosser Biodiversität. Man begegnet Truthähnen, Ochsen und Muttersäuen, man kann und soll nageln, backen, alte Spiele spielen, alte Gegenstände berühren, auf alten Musikinstrumenten spielen, Ziegel formen.

Der Kiosk aus Bönigen

Auf der Website des Museums kann man nachschauen, wo es am Besuchstag besonders spannend ist. Jeden Sonntag oder an Feiertagen kann man jetzt auch «Füfermöcke» kaufen. Dann nämlich ist der Kiosk, der einst in prominenter Lage in Bönigen gestanden hat, offen. Im Grunde genommen ist er ein Souvenirshop aus der Belle Epoque, den der aus Genf zugezogene und mit einer Bönigerin verheiratete Louis Rachelly als Verkaufspavillon für seine Holzmanufaktur erstellen liess.

Im Böniger Kiosk: Samuel Studer, Leiter Ausstellung und Sammlung des Freilichtmuseums, und die wissenschaftliche Leiterin Beatrice Tobler. Im Hintergrund Praktikantin Jula Marzoner und Mitarbeiterin Andrina Conrad und viele altmodische «Zäfeli». Bild: Anne-Marie Günter

Damals, als Bönigen ein grosses Schnitzerdorf war wie Brienz. Später wurden auch andere Artikel wie Tabakwaren verkauft. «Wir haben eine Inventarliste erhalten und wussten, was für Artikel zuletzt verkauft wurden», sagt Samuel Studer, Leiter Ausstellung und Sammlung des Museums. Der Kiosk, der bisher eher ein Randdasein fristete, ist, sorgfältig saniert und ausgestattet mit einer reichen Auswahl von Bonbons, Ballenberg-Produkten und Schnitzereien, ein Bijou an einem der grossen Spazierwege durchs Museum geworden.

Berner Oberländer

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