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Ausgang offen beim Kreisel-Roulette

interlakenDie Einsätze sind gemacht – nichts geht mehr beim Kreisel-Roulette am Interlakner Postplatz. In der Bauverwaltung laufen die Planungen nun in alle Richtungen, denn Mitte September soll gebaut werden.

Eigentlich war alles klar: erst der «Schlauch», dann der Postplatz und anschliessend weiter auf dem Höheweg. So sah die Planung für die schrittweise Erneuerung der zentralen Verkehrsachse in Interlaken aus. Die Arbeiten am «Schlauch», wie die enge Stelle zwischen Postkreisel und Harderstrasse genannt wird, laufen ja bereits seit September letzten Jahres und sollen bis Ostern abgeschlossen sein. Doch dass nach der Sommerpause tatsächlich die Neugestaltung des Postplatzes erfolgt, ist derzeit nicht mehr so sicher. Der Grund für die veränderte Lage ist die von Marc-Alain Sahli und Peter Michel eingereichte Gemeindeinitiative. Die beiden SVP-Politiker und Mitglieder im Grossen Gemeinderat (GGR) von Interlaken setzen sich dafür ein, dass der Postkreisel erhalten bleibt (wir berichteten). Eigentlich sollte dieser nach der touristischen Sommersaison zu einer Kreuzung mit Rechtsvortritt umgebaut werden, so sieht es das Crossbow-Konzept vor. Planung läuft dreigleisig Sahli und Michel sammeln zurzeit Unterschriften und streben einen Volksentscheid an. «Wir haben die Unterschriften zusammen und sind dabei, diese zu überprüfen», sagt Peter Michel. Die Abgabe erfolge in nächster Zeit. Da weder abzusehen ist, ob es nun zu einem Volksentscheid kommt, noch wie sich die Interlakner an der Urne entscheiden würden, ist man in der Bauverwaltung der Gemeinde dabei, alle Eventualitäten vorzubereiten. «Die Initiative bringt unser ursprüngliches Programm durcheinander», sagt Bauverwalter Jürg Etter. «Mitte September soll gebaut werden, wir wissen aber noch nicht was», so Etter weiter. Deshalb sei man dabei, mit Volldampf auf drei Gleisen zu planen: Kreisel, konventionelle Kreuzung oder als dritte Möglichkeit den Bauabschnitt am Höheweg zwischen Harderstrasse und Hotel Du Nord. Die Neugestaltung dieses Teilstücks der Interlakner Flaniermeile war ursprünglich ab Spätsommer 2012 vorgesehen, soll nun aber gegebenenfalls um ein Jahr vorgezogen werden, falls die Arbeiten am Postplatz verschoben werden müssten. Die Pläne für die beiden Postplatz-Varianten hat der Bauverwalter übrigens bereits in der Schublade. Gross sind die Unterschiede indes nicht. Da die Fussgängerbereiche verbreitert werden, muss die Fahrbahn in beiden Fällen verengt werden. Dadurch ist ein Kreisverkehr in der heutigen Form nicht mehr möglich. Lediglich ein überfahrbarer Kreisel wäre laut Etter möglich, die Kosten nur unwesentlich höher als bei der 50000 Franken günstigeren Kreuzungsvariante. Verkehrsfrei? – Kein Kreisel! Noch facettenreicher wird das Interlakner Kreisel-Roulette durch den jüngsten Vorstoss des FDP-Gemeindeparlamentariers Urs Grossenbacher. Der hatte bei der letzten GGR-Sitzung Ende Januar per Motion gefordert, den «Schlauch» zukünftig zur Fussgängerzone zu machen. «Sollte Grossenbachers Vorstoss umgesetzt werden, hätte sich ein Kreisel wiederum erübrigt», erklärt Jürg Etter. Auf die Gestaltung des Schlauchs habe eine eventuelle Fussgängerzone hingegen zunächst keinen Einfluss. Mikrotunnel kommt voran Und so laufen derzeit die Bauarbeiten auf dem Höheweg unbeeindruckt von den Wechselspielen im Umfeld weiter. «Wir sind terminlich im Programm», bestätigt der Bauverwalter. An vier Teilprojekten wird gearbeitet. Zum einen erneuern die Industriellen Betriebe Interlaken (IBI) ihre Werkleitungen. Zudem werden eine Kanalisationserneuerung vorgenommen und die Hausanschlussleitungen instand gesetzt. Noch tiefer im Untergrund wird Projekt Nummer vier realisiert, das Etter als «sehr interessantes Bauwerk» bezeichnet, von dem «niemand etwas sieht». In Fünfeinhalb Metern Tiefe gehen die Bohrungen für den Mikrotunnel voran, der mit einem Durchmesser von einem Meter das saubere Regenwasser in die Aare leiten soll. Belagsarbeiten ab Ende März Vom Startschacht am Hotel Metropole erreichen die Mineure in diesen Tagen den Zwischenschacht auf Höhe der Jungfraustrasse. Hier kommt auch das Sauberwasser aus der Jungfraustrasse an. Der Zielschacht befindet sich am Ende des Höhewegs kurz vor dem Postkreisel, wo der Anschluss an den bereits bestehenden Mikrotunnel von der Bahnhofstrasse erfolgen soll. Sind die Tiefbauarbeiten erledigt, erhält der Höheweg ab Ende März, Anfang April in diesem Bereich einen neuen Strassenbelag. Claudius Jezella>

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