Ausgeglichenes Budget, hohe Investitionen

Interlaken

Einstimmig genehmigte der Grosse Gemeinderat das Budget 2019, das bei einem unveränderten Steuersatz mit einem ausgeglichenen Resultat rechnet.

<b>Der Tourismus beschert der Gemeinde</b> hohe Steuererträge, aber auch Verkehrsprobleme und einen hohen Investitionsbedarf.

Der Tourismus beschert der Gemeinde hohe Steuererträge, aber auch Verkehrsprobleme und einen hohen Investitionsbedarf.

(Bild: Bruno Petroni)

Im Gesamthaushalt rechnet die Gemeinde Interlaken für 2019 bei einem Umsatz von rund 37 Millionen Franken mit 145'900 Franken Aufwandüberschuss. Das Resultat setzt sich zusammen aus dem allgemeinen, steuerfinanzierten Haushalt, der bei einer unveränderten Steueranlage mit 31'395'180 Franken Ertrag und genau gleich viel Aufwand rechnet, sowie den gebührenfinanzierten Bereichen Abwasser, Abfall und Liegenschaften, wobei die Abwasserrechnung mit einem Aufwandüberschuss, die Abfall- und die Liegenschaftsrechnung mit Ertragsüberschüssen schliessen dürften.

Mitverantwortlich für die guten Aussichten sind auf der Einnahmenseite vor allem die Steuererträge, die zwar bei den juristischen Personen nicht mehr so hoch ausfallen dürften wie in den Jahren 2015 und 2016, aber wieder besser als 2017, wie Finanzvorsteher Philippe Ritschard an der Sitzung des Grossen Gemeinderats (GGR) vom Dienstag erläuterte.

Auf der Ausgabenseite wird das Budget durch vorübergehend tiefe Abschreibungen von noch 2,2 Millionen Franken entlastet. Diese «Verschnaufpause» liege vor allem am Wechsel des Rechnungslegungsmodells, erklärte Ritschard: «Im alten Modell HRM1 begann die Abschreibung von Investitionen mit der Eröffnung einer Baustelle; im neuen Modell HRM2 können wir mit den Abschreibungen erst beginnen, wenn das Bauwerk in Betrieb genommen wird.»

Hoher Investitionsbedarf

Die Abschreibungen nehmen deshalb in späteren Jahren bestimmt wieder zu, denn der Investitionsbedarf der regionalen Zentrumsgemeinde bleibt hoch – für das kommende Jahr stehen derzeit über fünf Millionen Franken Nettoausgaben im Finanzplan. Etliche Gemeindeparlamentarier blicken mit Sorge auf den Selbstfinanzierungsgrad von 70 Prozent und die entsprechende Neuverschuldung.

Alle Fraktionen waren mit der sorgfältigen Budgetierung zufrieden. ­Einig waren sich die Gemeindeparlamentarier auch, dass derzeit keine Steuersenkung möglich ist. Die FDP will aber eine Steuersenkung weiterhin als Ziel anpeilen. Gemeinderat Ritschard hatte allerdings gezeigt, dass im Oberland-Ost nur wenige Gemeinden einen günstigeren Steuersatz als die 1,77 von Interlaken bieten können – und dabei handelt es sich um kleinere Orte ohne Zentrumslasten.

Einstimmig genehmigt

Der GGR genehmigte das Budget 2019 einstimmig. Das letzte Wort haben die Interlakner Stimmberechtigten an der Urnenabstimmung vom 25. November.

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