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Auto-Rowdy verurteilt

ObergerichtMit einem besonderen Fall von schlechtem Benehmen im Strassenverkehr musste sich der Thuner Richter befassen. Der Angeklagte appellierte teilweise mit Erfolg.

Zum Vorfall: Autolenker A. fuhr morgens auf der Autobahn Bern–Thun. Hinter ihm befand sich der Fahrer Z., der ihn schlieslich kurz vor dem Allmendtunnel überholte. Dabei wurde A. gegen die Leitplanke gedrängt. Das liess sich A. nicht gefallen: Er erstattete Anzeige. Das Verfahren vor dem Einzelrichter des Gerichtskreises Thun erbrachte, dass der Angeklagte beim Fahrstreifenwechsel respektiv beim Überholmanöver zu wenig Rücksicht nahm. Nach der glaubwürdigen Aussage von A. war Z. zuvor mit einem Abstand hinter A. gefahren, welcher einer knappen Wagenlänge entsprach. Zudem hatte Z. nach dem Überholen mehrfach gebremst; hätte A. seinerseits nicht abgebremst, wäre es zu einer Kollision gekommen. Wollte er nerven? Verurteilt wurde der Mann unter anderem wegen grober Verletzung des Strassenverkehrsgesetzes; die beiden andern Widerhandlungen – ungenügender Abstand beim Hinterherfahren und das mehrfache Bremsen – waren einfache Verkehrsregelverletzungen. Der Richter diktierte eine bedingte Geldstrafe von 15 Tagesätzen zu je 270 Franken. Z., in einem anderen Kanton wohnhaft, beruflich in leitender Stellung tätig, nahm das Urteil nicht an und appellierte. Die 1. Strafkammer des Berner Obergerichts hatte keinen Grund, am schuldhaften Verhalten des Angeklagten zu zweifeln. Auch die Unterscheidung zwischen grober und einfacher Regelverletzung war zutreffend. Merkwürdig mutet die Serie Bremsen an; gemäss einer Aussage seiner mitfahrenden Ehefrau hatte Z. den anderen nerven wollen. Beim herrschenden starken Verkehr setzte der Angeklagte die anderen Fahrer einer erheblichen Unfallgefahr aus. Auch die Brems-Schikanestopps haben im Strassenverkehr nichts zu suchen. Z. zeigte keine Einsicht. Trotzdem reduzierte das Obergericht die bedingte Geldstrafe auf 12 Tagessätzen zu 260 Franken; etwas weniger hoch wurde die unbedingte Busse festgesetzt. Zur Reduktion hatte der einwandfreie Leumund des Auto-Rowdys geführt. Z. verzichtete auf einen Weiterzug an das Bundesgericht, womit der obergerichtliche Entscheid in Rechtskraft erwuchs.Eduard Schneider>

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