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Bei Burn-outs brauchts Profis

«Ein Burn-out ist ernst zu nehmen»: So lautete die Botschaft das Podiumsgespräches von Pro Infirmis

Immer mehr Menschen erleiden heutzutage ein sogenanntes Burn-out. Ganz allgemein können sich darunter alle etwas vorstellen: Betroffene sind an ihrem Arbeitsplatz überfordert, fühlen sich leer, energielos, ausgebrannt. Doch wie kann die Krankheit diagnostiziert werden? Und worin unterscheidet sich ein Burn-out von einer Motivationskrise? Böse Zungen behaupten ja gar, ein Burn-out sei nichts anderes als das. Ein Referat der Ärztin und Burn-out-Spezialistin Barbara Hochstrasser und ein anschliessendes Podiumsgespräch am Mittwochabend im Kunstmuseum Thun sollten diese und ähnliche Fragen klären und Vorurteile beseitigen. Dass in der Bevölkerung wirklich ein Informationsbedürfnis zum Thema Burn-out besteht, bewies der beachtliche Publikumsaufmarsch. Immer erschöpft Im ersten Teil referierte Barbara Hochstrasser, Chefärztin in der Privatklinik Meiringen, über Ursachen und Symptome. Für die Gesundheit und Zufriedenheit eines Menschen sei es wichtig, dass seine Ressourcen mit den Anforderungen im Gleichgewicht stünden. «Stress entsteht, wenn man Zweifel hat, ob man eine Situation bewältigen kann», sagte Hochstrasser. «Der Körper erhöht automatisch seine Aktivität, und man ist leistungsfähiger.» Dauerstress jedoch könne dazu führen, dass der Körper nicht mehr abschalten oder sich nicht mehr aktivieren kann. «Burn-out ist ein dauerhafter Erschöpfungszustand, der durch die Arbeitssituation ausgelöst wird.» Betroffene litten unter Ängsten und Nervosität und hätten grosse Selbstzweifel. Schwere Burn-outs führten oft sogar zu Depressionen und selten zu lebenslanger Invalidität. «Ein Burn-out ist keine Befindlichkeitsstörung, sondern eine ernst zu nehmende Krankheit,» betonte Hochstrasser. Hilfe vom Profi nötig Der Grundtenor des anschliessenden Podiumsgesprächs unter der Leitung von Ruedi Josuran, Moderator vom «Fenster zum Sonntag» auf SF zwei und Coach für Krisenintervention, mit Fachpersonen war derselbe. Marlen Feller (Oekoladen Thun, Gewinnerin des Sozialsterns 2004), Margareta Hofer (Leiterin der Beratungsstelle Pro Infirmis Thun), Charlotte Eyer (Profil – Arbeit&Handicap) und Hochstrasser waren sich einig – fast zu sehr, auch eine kritischere Stimme wäre angebracht gewesen. Betroffene brauchten Verständnis und professionelle Hilfe. Wichtig sei auch, dass die Wiedereingliederung in die Arbeitswelt behutsam vor sich ginge, ansonsten drohe ein Rückfall. Die Veranstaltung «Burn-out oder die bedrängte Seelenlandschaft» wurde von Pro Infirmis Bern organisiert und fand im Rahmen ihres Projekts «mehrlebenswert» statt, welches sie zu ihrem 75.Geburtstag dieses Jahr initiiert hat. «Mehrlebenswert» will die kulturelle Integration behinderter Menschen fördern und insbesondere auf psychische Behinderungen aufmerksam machen. Miriam Schild >

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