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Bei Senioren jassen gelernt

Ungewöhnliches Projekt an der Primarschule Oberbipp: Seniorinnen und Senioren brachten den Fünftklässlern das Jassen bei.

Jassnachmittag im Schulzimmer: Letzte Woche waren im Primarschulhaus Oberbipp Seniorinnen und Senioren zu Besuch, um mit den Kindern der 5.Klasse die letzte Runde einer Schieber-Jassmeisterschaft auszutragen. Es war der Abschluss eines längeren Projektes, bei dem die Schüler das Jassen lernten. Angefangen hatte alles mit einem Schulbesuch von Paul Minder, dem Altersbeauftragten «Senioren für Senioren». Lehrerin Therese Leuthold fragte ihn, ob Senioren Aufgabenhilfe bei den Primarschülern leisten könnten. Mittlerweiler hilft Minder Kindern, die Mühe beim Rechnen haben. Eines Tages machte Renate Schütz, Lehrerin an der 5.Klasse, Paul Minder den Vorschlag, Senioren mit Schülern jassen zu lassen. In einem Schullager hatte sie nämlich festgestellt, dass die Kinder gerne jassten, aber Mühe mit den Jassregeln bekundeten. Minder startete dann eine Anfrage bei nicht zu engagierten Jassern der Oberbipper Senioren-Jassmeisterschaft. Und das Echo war erfreulich. Zuerst ein «Basiskurs» Bevor sich die Schüler und Senioren zu den drei vereinbarten einstündigen Schieber-Jassnachmittagen trafen, lehrte Renate Schütz mittels einer Jassbroschüre ihren Schützlingen das Abc des Schieberjasses. Die Kinder der 5.Klasse lernten die französischen und deutschen Jasskarten kennen, rechneten die Kartenwerte mit und ohne Trumpf zusammen, lernten weisen und zuletzt den Schieberjass «Obenabe» und «Undenufe». Beim ersten Treffen im Mai amteten die fünf Senioren und zwei Seniorinnen als Beobachter und Berater. An den einstündigen Jassnachmittagen im Juni und am letzten Donnerstag jassten Schülerinnen und Schüler sowie Seniorinnen und Senioren gemeinsam. Im Schulzimmer waren fünf Jasstische aufgestellt, drei Tische für drei Schüler und einen Senior und zwei Tische für zwei Schüler und zwei Senioren. Handschlag nach Match Nach jeder Jassrunde wurden die Meinungen ausgetauscht. Die Senioren machten spieltaktische Verbesserungsvorschläge. Wenn eine Seniorin und ihr junger Jasspartner einen Match spielten, reichten sie sich die Hand. Nach dem dritten Jassnachmittags beschenkte Paul Minder alle Teilnehmer mit einem nagelneuen Jass. Seniorin Anneliese Wenger (66) war über das Jassprojekt des Lobes voll: «Die meisten Kinder waren sehr motiviert. Die Riesenfreude bei einem Match oder bei einem grossen Wies war ansteckend.» Und in umgekehrten Rollen, wenn Schüler Senioren einen Handy- oder Internetkurs erteilten? «Da würde ich mich sofort anmelden.», sagte sie. Ilija Garic (11) zeigte seinen Stolz: «Ich konnte vorher nicht jassen. Jetzt kann ich es. Ich wäre sofort bereit, mein Handy- und Internetwissen den Senioren weiterzugeben.» Möglicherweise findet das Jassprojekt in den Herbstferien noch eine Fortsetzung beim Oberbipper Ferienpass. Kurt Nützi >

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