Beim Eiger Ultra Trail steht das Erlebnis im Vordergrund

Grindelwald

Am Wochende findet zum fünften Mal der Eiger Ultra Trail statt. Das Trail-Running erfreue sich immer grösserer Beliebtheit, sagt OK-Präsident Ralph Näf. Dabei geht es nicht nur um sportlichen Erfolg.

Die Streckenführung des Eiger Ultra Trail mit Start und Ziel im Dorfzentrum von Grindelwald: 101 Kilometer sowie 6700 Höhenmeter auf- und abwärts sind zu bewältigen.

Die Streckenführung des Eiger Ultra Trail mit Start und Ziel im Dorfzentrum von Grindelwald: 101 Kilometer sowie 6700 Höhenmeter auf- und abwärts sind zu bewältigen.

(Bild: zvg)

Der Eiger Ultra Trail ist eine Erfolgsgeschichte. Zum fünften Mal findet er statt, zum fünften Mal sind die Startplätze der Langdistanzen ausverkauft. Im Jahr 2013 dauerte es hierfür rund sechs Wochen. Ein Jahr später nur noch zwei bis drei Wochen. Bei der letztjährigen Durchführung waren die Startplätze nach drei Tagen vergeben – und diesmal dauerte es bloss noch zehn Stunden.

Laut OK-Präsident Ralph Näf hat dies einerseits mit der Etablierung des Events zu tun, andererseits aber auch mit der steigenden Popularität des Trail-Runnings. «Enorm wichtig für uns ist der Eiger», so Näf. «Dieser Berg zieht einfach.» Seit drei Jahren ist der Grindelwalder Anlass zudem Bestandteil der «Ultra Trail World Tour». Die Präsenz auf dem internationalen Parkett schlägt sich auch auf die Startliste nieder. Dieses Jahr sind Athleten aus 67 verschiedenen Nationen am Start.

Oberländer favorisiert

Für die Topathleten, so viel ist klar, spielt die sportliche Leistung eine wichtige Rolle. Urs Jenzer gehört zu den meistgenannten Favoriten auf den Sieg in der Ultra-Distanz über 101 Kilometer. Zweimal schon konnte er dieses Rennen gewinnen; letztes Jahr fehlte der Frutiger verletzungsbedingt. Auch bei den Damen ist eine Oberländerin im engsten Favoritenkreis: Andrea Huser aus Aeschlen geht als Titelverteidigerin an den Start; 2015 wurde sie zudem Zweite. Zu rechnen ist ebenfalls mit der Kanderstegerin Helene Ogi.

In diesem Jahr zählt der Eiger Ultra Trail zusätzlich als Schweizer Meisterschaft im Trail-Running. Doch es sind auch Topläuferinnen und -läufer aus anderen Ländern am Start. Bei den Frauen etwa Ildiko Wermescher aus Ungarn, bei den Männern der Franzose Sangé Sherpa oder der Litauer Gediminas Grinius.

Doch sportlicher Erfolg sei am Eiger Ultra Trail nicht alles, erklärt der OK-Präsident. «Für den Grossteil der Teilnehmer zählt das Naturerlebnis», sagt Ralph Näf. Viele geben im ersten Drittel Vollgas und nehmen es dann gemütlicher, beispielsweise auch, um mal ein Foto zu schiessen.

Grossgeschrieben wird am Eiger Ultra Trail die Sicherheit für die Athleten. Ein Rennen, das um 4.30 Uhr bei Finsternis startet und für einige Athleten bis in die folgende Nacht dauern kann, stellt das OK vor zusätzliche Herausforderungen. «Wir haben die ganze Strecke analysiert – ich kenne mittlerweile jedes ‹Brüggli›», sagt Näf. Gerade die Brücken sind es, die in der Nacht ausgeleuchtet werden müssen. Zudem werden Warntafeln montiert und Bergführer aufgeboten. Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit Partnern wie Meteotest, Samaritern, der Rega und den drei Rettungsstationen Lauterbrunnen, Interlaken und Grindelwald.

«Ein Geben und Nehmen»

Schliesslich sieht Ralph Näf im Eiger Ultra Trail auch eine touristische Wertschöpfung für das Grindelwaldtal. Schon jetzt, einige Tage vor dem Start, seien viele der rund 2600 Athleten bereits vor Ort. Augenfällig ist, dass diverse Berghäuser im Rahmen des Ultra Trail Spezialaktionen machen: Auf dem Männlichen beispielsweise gibt es am Samstag ein Barbecue, andere Bergrestaurants passen ihre Öffnungszeiten an. «Es ist ein Geben und Nehmen», so Näf. Für solche Aktionen mache man unentgeltlich Werbung; im Gegenzug verpflegen die Berggasthäuser beispielsweise die Helfer an der Strecke. Am Wochenende sind übrigens rund 500 Helfer im Einsatz.

Organisatorisch sei man voll auf Kurs. «Auch das Wetter stimmt uns positiv», sagt der OK-Präsident. «Ich habe Vertrauen, dass alles wie vorgesehen klappt.»

Distanzen: E101: 101 Kilometer, 6700 Höhenmeter. Start 15. Juli, 4.30 Uhr im Dorfzentrum. 108 Damen und 662 Herren sind gemeldet.E51:51 Kilometer, 3100 Höhenmeter. Start 15. Juli, 6.45 / 7 Uhr.227 Damen, 600 Herren, 75 Couples.E35: 35 Kilometer, 2500 Höhenmeter.Start 15. Juli, 8.15 Uhr (Burglauenen). 216 Damen, 326 Herren.E16 (Genusstrail): 16 Kilometer, 960 Höhenmeter. Start 15. Juli, 10 Uhr.413 Damen, 477 Herren.

Berner Oberländer

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