Zum Hauptinhalt springen

BEO-Center: Nicht nur Otto’s fehlt

SpiezLange war es sehr ruhig um das neue Dienstleistungszentrum an der Autobahnausfahrt. Zwischenzeitlich ist ein Haustierfachmarkt und letzte Woche ein Schuh-Discounter ins spektakuläre BEO-Center eingezogen. Aber: Mit Otto’s sprang ein Hauptmieter ab.

Im BEO-Center steckt der Wurm drin. Das seit Mitte Juni und dem Einzug von Qualipet. Der grösste Schweizer Haustierfachmarkt – er verkauft als Futtermittel eben auch Würmer – war der erste Neueinzug ins «Vogelnest» seit einem halben Jahr. Diesen Beinamen hat der neue Dienstleistungsbau der Hilterfinger Ammann Globalbau AG in der Bevölkerung wegen seines strahlenförmigen Pfeilerwerks erhalten. Hinter der spektakulär verglasten Fassade nistete anfänglich eine Handvoll Mieter – seit der Center-Eröffnung Ende letzten Jahres: Coop Pronto mit Tankstelle, McDonald’s, Aldi, Ristorantino Paparazzi sowie das Timeout-Bowling. Hinter den beiden letztgenannten Anbietern steht die Gastroimpuls Management AG, die eng mit der BEO-Center-Erbauerin verbunden ist. Weiteren Mieterzuwachs nach Qualipet gab es nun vor wenigen Tagen: Seit dem 10.August verkauft der Bingo-Shoe-Discount der Vögele-Gruppe sein Schuhwerk. Im Einkaufstempel ist auf den Informationsstelen auch der Name von Matratzen Concord zu lesen. Das Geschäft sucht man indes vergeblich – was auch so bleiben wird. Warum zieht der Matratzenhändler nicht ein? «Weil die uns versprochenen Termine nicht eingehalten wurden», begründet Claude Halbeck von der europaweit agierenden Kette. Markus Burri, Projektleiter bei der Center-Besitzerin Ammann Globalbau AG, entgegnet: «Dem würde ich deutlichst widersprechen.» Er bedauert, dass der Name des vermeintlichen Mieters noch nicht wie vorgesehen von den Stelen verschwunden ist. Wieso bleibt Otto’s fern? Während Monaten war auch Detailhändler Otto’s auf den Infotafeln im BEO-Center aufgeführt. Für ihn war über zwei Etagen die grösste Ladenfläche – rund 1500 Quadratmeter – reserviert. Eröffnet hat er nie. «Der Standort ist für uns erledigt», bestätigt Angela Schnyder von Otto’s auf Anfrage. Im vergangenen Sommer machte diese Zeitung publik, dass das Zentralschweizer Unternehmen seine langjährige Filiale in Wimmis für eine neue im BEO-Center an der Spiezer Autobahnausfahrt aufgeben will. Im Spätherbst hiess es bei Otto’s dann, dass der Eröffnungstermin «wegen baulicher Verzögerungen» noch offen sei. Weshalb es den selbst ernannten «Kundenmagneten für Schnäppchenjäger» letztlich nicht nach Spiez zog, mag Angela Schnyder nicht kommentieren. Sie sagt nur: «Wir bleiben mit unserer Filiale in Wimmis.» Auch von Markus Burri ist nichts über die Gründe zu erfahren: «Zu laufenden Fällen kann ich mich nicht äussern.» Dem Vernehmen nach sollen offenbar Probleme mit einem Warenlift der Auslöser für den Rückzug von Otto’s gewesen sein. Rund 3900 m2 Fläche zu haben Wie viele Quadratmeter Fläche im BEO-Center vermietet sind, kann Burri nicht im Detail sagen. Der Grund dafür: Die Vermarktung des Dienstleistungszentrums ist an die Immobilienfirma Privera AG übertragen worden (siehe Kasten). Laut deren Dokumentation auf der BEO-Center-Website werden Anbieter «im Bereich Einkaufen, Dienstleistung, Fitness und Freizeit» gesucht. Den Unterlagen kann zudem entnommen werden, dass von 5800 Quadratmetern Ladenfläche noch etwa deren 1500 frei sind. An Bürofläche sollen rund 2400 m2 verfügbar sein, macht total 3900 m2. Die sieben bestehenden Anbieter beanspruchen zusammen 4300 Quadratmeter. Das ist demnach etwas mehr als die halbe Miete – oder Gesamtfläche. Markus Burri von der Globalbau AG sagt, dass es «äusserst schwierig» sei, wenn ein Hauptmieter wegfalle. «Ich würde liebend gerne informieren, dass alles vermietet ist – das Problem ist aber vielschichtig.» Ein Teil davon steht zehn Kilometer vom BEO-Center entfernt an der Autobahnausfahrt in Thun Süd: das Panorama-Center. «Dessen Bau war für uns sicherlich nicht hilfreich», sagt Burri zur Konkurrenz. Was sagt man im BEO-Center, dass dieses noch nicht voll ausgelastet ist? «Klar haben wir lieber einen Standort, an dem verschiedene Anbieter das Publikum anziehen», erklärt Sven Bradke von Aldi Suisse. Wie viele der Discounter anzieht, sagt er nicht. Er geht davon aus, dass bald neue Mieter einziehen werden – für spürbar mehr Publikumsverkehr. Jürg Spielmann>

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch