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Bergauf rasant, bergab mit Respekt

Tour de SuisseDamiano Cunego fährt an der Grossen Scheidegg ins Leadertrikot. Leopard Trek blieb trotz grossem Aufwand ohne Ertrag.

Szenekenner dürfte der Auftritt an Alberto Contador erinnert haben. Damiano Cunego bewältigte die Steigung auf die Grosse Scheidegg, als handle es sich beim Alpenübergang um einen holländischen Hügel. Die Ziellinie überquerte der Italiener als Zweiter, weil der Slowake Peter Sagan in der Abfahrt nach Grindelwald mehr riskiert und «nur» den Etappensieg vor Augen gehabt hatte. Cunego hingegen wird den heutigen Ritt nach Huttwil im Leadertrikot absolvieren, die Differenz zum zweitklassierten Kolumbianer Juan Mauricio Soler beträgt 54 Sekunden. Auch wenn der 29-jährige Giro-d’Italia-Gewinner des Jahres 2004 beteuert, er bestreite die Tour de Suisse primär als Vorbereitung auf die Tour de France, ist in der Königsetappe eines klar geworden: Cunego gehört zu jenen Protagonisten, welche die Rundfahrt gewinnen können und auch gewinnen wollen. Schlecks Formtest Ob er sich nochmals des Angriffs der Leopard-Trek-Equipe wird erwehren müssen, bleibt offen. Andy Schleck spannte sich an der Grimsel vor eine Fluchtgruppe und manövrierte seinen Teamkollegen Jakob Fuglsang in eine gute Ausgangslage. Der Däne – im Vorjahr Gesamtdritter – vermochte die Vorlage jedoch nicht zu nutzen. Die Konzentration des Luxemburgers, der rund zwei Kilometer vor der Grossen Scheidegg zwei Gänge zurückschaltete, gilt der «Grande Boucle»; zuletzt war er zweimal Zweiter geworden. Auf seinen auch auf juristischer Ebene kämpfenden Rivalen angesprochen, erwiderte der 25-Jährige unlängst, er sei froh, werde Contador in Frankreich am Start stehen – «ich will ihn auf der Strasse bezwingen». Schlecks um fünf Jahre älterer Bruder Fränk, der die Tour de Suisse 2010 gewonnen und am Sonntag Präsenz markiert hatte, hielt sich gestern zurück. Das Gegenteil war bei Christiano Salerno der Fall: Der Italiener stürzte in der Abfahrt von der Grossen Scheidegg und wurde mit Verdacht auf Schlüsselbeinbruch ins Spital geflogen. Wer die Profis auf der extrem schmalen Strasse ins Tal hinunterrauschen sah, dürfte sich an den tödlich verlaufenen Unfall Wouter Weylandts erinnert haben. Der Belgier war im Giro in einer als nicht sonderlich gefährlich geltenden Abfahrt zu Fall gekommen.Micha Jegge>

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