Bergbahnen machen einen Franken Gewinn

Gstaad

Die Bergbahnen Destination Gstaad legen ihren Geschäftsbericht 2015/2016 vor – den ersten nach den einschneidenden Massnahmen vom letzten Herbst. Es resultiert eine ausgeglichene Jahresrechnung.

Die Talstation der Ersatzbahn Gstaad-Eggli?in der Visualisierung. Im April soll die Baubewilligung unter Dach und Fach sein.

Die Talstation der Ersatzbahn Gstaad-Eggli?in der Visualisierung. Im April soll die Baubewilligung unter Dach und Fach sein.

(Bild: zvg)

Einen Franken beträgt der Jahresgewinn für die Bergbahnen Destination Gstaad (BDG) im Geschäftsjahr 2015/2016. Natürlich ein symbolischer Wert. Und eine gewaltige Steigerung gegenüber den 8,5 Millionen Franken Verlust vom Vorjahr. Die Fitnesskur hat gewirkt.

Ein Kraftakt war aber dazu nötig, überhaupt eine ordentliche Erfolgsrechnung vorlegen zu können. Mitte Januar stand die BDG kurz vor dem Konkurs. Das Sanierungskonzept von Roland Zegg habe Schlimmeres verhindert, schreibt Verwaltungsratspräsident Heinz Brand in seinem Jahresbericht.

Die Fitnesskur hat gewirkt.

Projektleiter Zegg bezeichnet diesen Fall denn auch als das «grösste Sanierungsprojekt in der Schweizer Berg­bahnbranche», das auch dank viel Wohlwollen zustande gekommen sei. Wohlwollen von der Bevölkerung mit ihrer Solidarität, von den Landeigentümern mit ihren Forderungsverzichten und von der Gemeinde Saanen als vormalige Hauptaktionärin.

7,3 Prozent weniger Eintritte

Zur finanziellen Schieflage der Firma kommen erschwerend die Probleme hinzu, mit denen praktisch alle Schweizer Bergbahnen kämpfen. Die Grafik der verzeichneten Ersteintritte der BDG im Jahr 2015/2016 zeichnet ein ernüchterndes Bild. Die Zahlen der Sommersaison sind mit 99'522 Ersteintritten leicht angestiegen, im Winter ist man von 532'783 Eintritten im Vorjahr auf 486'048 abgesackt. Kumuliert gibt das einen Rückgang von 7,3 Prozent.

Folgerichtig verringerte sich auch der Verkehrsertrag, nämlich von 17,34 auf 15,64 Millionen Franken. Auf der Aufwandseite ist zu erwähnen, dass trotz Sparprogramm der Personalaufwand gar noch um rund 100'000 Franken angestiegen ist. Geschäftsführer Matthias In-Albon begründet dies hauptsächlich mit der Lohnfortzahlungspflicht des im November freigestellten Direktors Armon Cantieni über die Wintersaison.

Das ordentliche Betriebsergebnis schlägt mit einem Verlust von über 3 Millionen Franken zu Buche. Nun kommt der ausserordentliche Ertrag ins Spiel: Verschiedene Darlehenserlasse und Schuldenübernahmen von Gemeinden und Kantonen, der Verkauf des Berghauses Rellerli, der Verzicht der Gemeinde Saanen auf das Kaufrecht der Rellerli-Talstation sowie Gebäudeaufwertungen und die Forderungsverzichte der Landeigentümer spülten der BDG beinahe 48 Millionen Franken in die Kasse.

Den grössten Teil davon nutzte das Unternehmen für Wert­beeinträchtigungen und Abschreibungen auf Sachanlagen. Schliesslich resultiert der erwähnte symbolische Minijahresgewinn. Dieser steht der Generalversammlung vom 27. August zur Verfügung.

«Wir müssen lernen, dass sich die Bergbahn wandeln muss.»Matthias In-Albon, Geschäftsführer BDG

«Wir müssen lernen, dass sich die Bergbahn wandeln muss», schreibt Matthias In-Albon. Die BDG seien die Lokomotive der Destination Gstaad und benötigten darum auch die meisten Investitionen. Im Geschäftsjahr wurden bereits Investitionen von 3,6 Millionen Franken getätigt. Und es wird weiter investiert.

Diesen Monat geben die BDG die Plangenehmigungsverfahren für die neue Saanerslochbahn sowie für die Ersatzbahn Gstaad-Eggli ein. Konzession und Baubewilligung sollen im April 2017 unter Dach und Fach sein. «Eine Konzessionsverlängerung soll ermöglichen, dass die heutige Saanerslochbahn noch die Wintersaison 2016/2017 fahren kann.»

Nun existieren auch von den Stationen der neuen Eggli-Bahn Visualisierungen. Die Reichenbach Architekten AG mit Sitz in Saanen hat den Ideenwettbewerb für sich entschieden und laut den BDG «das Optimum aus dem Platzbedarf des Gebäudes herausgeholt». Die neue Talstation wurde am gleichen Standort wie die bisherige Station errichtet.

Erwähnenswert sei, teilen die BDG mit, dass sich die Bahn nicht nur für Skifahrer eigne, «sondern auch für Gäste, welche im Bergrestaurant die Sonne geniessen und etwas konsumieren möchten». Weitere aktuelle Investitionen betreffen etwa die Optimierung bestehender Beschneiungsanlagen.

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