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Bergführer als Beruf aus Berufung

FrutiglandDie Bergführervereine Adelboden und Kandertal orientierten gemeinsam zur Bergführerausbildung und den Arbeitsmöglichkeiten. Hintergrund ist, dass Nachwuchs knapp ist.

Für viele Bergbegeisterte ist der Beruf des Bergführers ein Traumberuf, der ein Leben ausserhalb eines engen Arbeitsraumes verspricht. Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstkompetenz in allen Naturräumen kennzeichnen diesen Beruf. In der Schweiz leben heute 1500 Bergführer, die den eidgenössischen Fachausweis erworben haben. Sportförderverein Jugend und Sport J+S, der Schweizer Alpen Club SAC, aber auch bergbegeisterte Familien tragen dazu bei, dass immer wieder Menschen die anspruchsvolle Ausbildung zum Bergführer anpacken und ihr Hobby zum Beruf machen. Um in den Bergführervereinen Adelboden und Kandertal den Nachwuchs zu sichern, möchten sie gemeinsam junge Alpinisten in den viel versprechenden Bergführerberuf führen, sie begleiten und unterstützen, um die hohen Anforderungen für den Eintritt in die Ausbildung zu erfüllen. Vom Bergsteiger zum Führer Bergführer sind in allen Naturräumen unterwegs, besonders in ungesicherten, wo sie mit grosser physischer und psychischer Stärke mit einem ausgeprägten Verantwortungsbewusstsein ihre Gäste hinführen. Ihre Wege sind selten im Gelände oder auf einer Landkarte markiert. Durch enormes Wissen und Erfahrung führen sie Bergsteiger über Grate, Felszacken oder Gletscherabbrüche zu den hohen Gipfeln, durch Klettersteige und tiefe Canyons, oder im Winter auf Skiern oder Schneeschuhen durch die tief verschneiten Berge. Junge Menschen finden den Weg in die Berge durch ihre Familien, oft bereits im zarten «Windelalter», später dann in Jugendvereinen oder Schullagern. Der SAC führt heute bereits die Kleinsten im Kinder- oder Familienbergsteigen an den Fels, dann als JOler auf Hoch-, Kletter- und Skitouren. «Hier haben die jungen Bergsteiger oft erste Kontakte mit Bergführern» freut sich der Adelbodner Bergführer und Klassenlehrer in der Bergführerausbildung Samuel Lauber. «Im Alter von 18 Jahren wagen einige von ihnen die Ausbildung zum J+S-Leiter Bergsteigen oder Skitouren, wo sie erstmals Verantwortung für eine Gruppe übernehmen.» Das Militär mit seinen Gebirgskursen in Andermatt kann einen weiteren Eckpfeiler im Weg zum Bergführerberuf bilden. Jetzt sind die jungen Alpinisten gerüstet, ihr Wissen in selbstgeplanten Touren mit gleich gesinnten Freunden anzuwenden. «Oft fokussieren heute die Jungen den Bergsport stark auf das Sportklettern und Bouldern, wo sie mit Kameraden an Kletterfelsen in schwierigsten Routen üben, dabei aber wenig Erfahrungen im alpinen Raum sammeln, wo keine künstlichen Absicherungen mehr zu finden sind», meint Brecht Wandfluh, ein Kandertaler Bergführer. «Hier wollen wir den jugendlichen Alpinisten die Möglichkeit geben, in Begleitung von erfahrenen Bergführern das erforderliche Können zu erwerben und sie unterstützen, um die strengen Prüfungskriterien zu erfüllen. Beruf im steten Wandel «Was bringt mir die Ausbildung zum Bergführer?», mag sich wohl manch Interessierter fragen. Zumeist haben die Jugendlichen vor Beginn der Bergführerausbildung bereits eine Berufslehre oder ein Studium abgeschlossen. Der Bergführerberuf kann angesichts der Vielfalt der Aktivitäten in Vollzeit ausgeübt werden, dies meist in Tourismusregionen. Oft aber wird er auch in Kombination mit der primären Berufsausbildung betrieben. «Noch vor 30 Jahren war der Fokus eines Bergführers auf die klassischen Bergtouren gerichtet. Heute öffnen sich im Führerberuf beliebig viele Facetten zur Ausübung, sei es als Unternehmer einer Bergschule oder Kletterhalle, als Organisator von Reisen in ferne Länder, Führer auf anderen Kontinenten, Buchautor oder Fotograf, Arbeiten am hängenden Seil oder in Ergänzung zu angestammten Berufen wie Geologe, Meteorologe oder Geograph, immer im Zusammenhang mit den Bergen». Zur recht zeitintensiven und teuren Ausbildung meint Samuel Lauber weiter: «Nach dem ersten Ausbildungsjahr muss der Bergführeraspirant 40 Touren in Begleitung von erfahrenen Bergführern absolvieren, wobei er bereits eine Entlöhnung erhält.» Zehn junge Bergsteiger aus dem Kander- und Engstligental fühlen sich derzeit angesprochen von der Bergführerausbildung und werden in ein Netzwerk eingebunden, um gemeinsam den anspruchsvollen Weg zu beschreiten. Dies im Wissen um Hilfe von kompetenten Führern aus den Kandertaler und Adelbodner Bergführervereinen. Yvonne Schmocker >

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