Bergsteigen immer noch im Aufwind

Adelboden

Am morgigen Auffahrtstag feiert die SAC-Sektion Wildstrubel in der Turnhalle beim Gemeindehaus Adelboden das 100-Jahr-Jubiläum.

Tourengang in früheren Zeiten. Die SAC-Sektion Wildstrubel in Adelboden feiert das 100-Jahr-Jubiläum.

Tourengang in früheren Zeiten. Die SAC-Sektion Wildstrubel in Adelboden feiert das 100-Jahr-Jubiläum.

(Bild: PD)

Im Rahmen der traditionellen Auffahrtszusammenkunft der Berner Oberländer SAC-Sektionen, feiert die Sektion Wildstrubel ihr 100-jähriges Bestehen. «Bedingt durch den Klimawandel hat sich in den vergangenen 100 Jahren einiges verändert.

Einige Touren sind schwieriger geworden, zum Beispiel, wenn man übers blanke Eis gehen muss und die Spalten breiter geworden sind», erklärt Martin Dänzer, seit 15 Jahren Präsident der Sektion.

Manchmal müsse man neue Routen suchen, um sicher ans Ziel zu kommen. Aber Freude und Begeisterung am Klettern seien geblieben und die Touren gefragt. «Ich denke, dass wir uns um die Zukunft der Sektion keine Sorgen machen müssen», so Dänzer.

Guter Nachwuchs

Ein Beweis dafür, dass es der Sektion Wildstrubel gut geht, ist die stetig zunehmende Mitgliederzahl. Bei der Gründung in der stürmischen Föhnnacht des 4. Januar 1919 zählte sie rund 30 Mitglieder. Inzwischen ist die Zahl auf rund 600 angewachsen. Der 1972 gegründete JO gehören heute über 40 Mitglieder an.

Einige der Ehemaligen sind heute erfahrene Bergsteiger, wie etwa Robert Allenbach, der 1978 – wie Michèle Mérat 2002 – den Mount Everest bestiegen hat. Bereits ein Jahr nach der Gründung baute die Sektion eine eigene Rettungsstation auf. Während seinen 20 Jahren als Rettungschef hat Dänzer einiges erlebt.

An einem Abend habe man ihm berichtet, dass eine über 80-jährige Frau vermisst werde. Also machte sich die Rettungsgruppe zu Fuss auf die Suche. Wegen Dunkelheit wurde abgebrochen und am Morgen weitergesucht. Sie entdeckten die Vermisste in einem Heuschober.

Mit einem gebrochenen Bein hatte sie sich ins Häuschen geschleppt. Auf die Begrüssung mit «Wir haben uns richtig Sorgen gemacht um dich», habe sie geantwortet: «Ah pah, s’Rösli chunnt nid so schnäll um», erinnert sich Dänzer.

Im Sommer 1922 machten sich Sekundarlehrer Christian Aellig und Fritz Hager auf, den bis damals noch unbegangenen Lohner-Nordgrat zu bezwingen. Die unbequeme Übernachtung im Biwak hatte in den beiden den Wunsch geweckt, dort eine Klubhütte zu bauen.

An der nächsten Versammlung trugen sie ihre Idee vor. Einstimmig wurde der Vorschlag angenommen und das Projekt ausgeführt. Zur vollsten Zufriedenheit der Sektion hat Hermann Jaggi das 20 Schlafplätze bietende Hüttli vorschriftsmässig errichtet. Am 22. September 1929 wurde es feierlich eingeweiht.

Vierzig Jahre später wurde eine Erweiterung des Gebäudes eingeleitet. Die Aushubarbeiten im Frühjahr 1972 mussten in Fronarbeit und von Hand ausgeführt werden. Trotz viel Ärger und Zeitverlust war die Lohnerhütte im September einsatzbeeit.

In den vergangenen Jahren wurde sie immer wieder saniert und renoviert. Während früher die Besucher die Esswaren selber mitbringen mussten, bietet der Hüttendienst den Gästen heute an den Wochenenden Halbpension an. Hüttenchef ist Joachim Allenbach.

Fürs Jubiläum hat das OK unter der Regie von Martin Dänzer ein abwechslungsreiches Programm mit Festakt und Bergpredigt zusammengestellt (siehe Kasten). An guter Unterhaltung wird es nicht fehlen, wobei die Schwerpunkte der Zusammenkunft beim Gedankenaustausch und gemütlichem Beisammensein liegt.

Martin Dänzer, seit 15 Jahren Präsident der SAC Sektion Wildstrubel und OK-Chef der Jubiläumsfeier. (Foto: Verena Holzer)

www.sac-wildstrubel.ch

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