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Bern setzt auf Schneider-Ammann

Neben der Kronfavoritin Karin Keller-Sutter (SG) steht ein Name ganz oben auf der Liste der möglichen Nachfolger von Bundesrat Merz: Johann N.Schneider-Ammann. Ob der Berner

Mit dem Rücktritt von Bundesrat Hans-Rudolf Merz beginnt nun der Kampf um seine Nachfolge. Klar ist, dass die FDP den Sitz behalten will. Und auch über die Wunschkandidatin der Freisinnigen besteht kaum Zweifel: Es ist die St.Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter. Die 46-Jährige Justiz- und Polizeidirektorin gilt als Kronfavoritin für den Bundesratssitz. Die Politikerin, die derzeit in den Ferien weilt, zeigte sich in einer Mail überrascht vom Rücktritt von Hans-Rudolf Merz. Überrascht, aber gefasst. Nachdem sie bislang der Nachfolgediskussion stets ausgewichen war, erklärte sie gestern: «Ich werde mir in den kommenden Tagen eine allfällige Kandidatur sorgfältig überlegen.» Vorerst wolle sie mit ihrer Familie, der Partei und ihrem persönlichen Umfeld sprechen. Ihren Entscheid werde sie innerhalb der von der FDP Schweiz gesetzten Frist bis zum 21.August bekannt geben. Der Favorit der Berner Parteipräsident Fulvio Pelli sucht seit Monaten aktiv geeignete Nachfolgekandidaten. Und er ist überzeugt, zahlreiche valable Persönlichkeiten gefunden zu haben. Allerdings musste Pelli gestern einräumen, dass die am höchsten gehandelten Namen neben Keller-Sutter bereits ihren Verzicht erklärt haben. Weder Fraktionspräsidentin Gabi Huber (UR) will in die Landesregierung noch ihr Vorgänger in diesem Amt, der Zürcher Ständerat Felix Gutzwiller. Und auch einen Bundesrat Pelli wird es nicht geben: «Nein, ich werde nicht kandidieren, und ich werde auch keine Wahl akzeptieren», erklärte Pelli dezidiert. Die Partei müsse vorwärts schauen, und das bedeute, dass man sich auf jüngere Leute als ihn konzentrieren müsse. Somit wird der Kreis der Papabili um Karin Keller-Sutter doch recht überblickbar. «Neben ihr ist Nationalrat Johann Schneider-Ammann sicher ein ganz heisser Kandidat», sagt Rats- und Parteikollege Christian Wasserfallen. Schneider-Ammann sei zwar bloss ein Jahr jünger als Pelli, aber klar der Favorit des Berner Freisinns, bestätigte Kantonalpräsident Peter Flück. Ob er sich zur Verfügung stellt, ist indes unklar. Schneider-Ammann war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Es ist aber nicht von der Hand zu weisen: Will die «Bankenpartei» FDP in der Wirtschaft Boden gewinnen, kommt sie um Leute wie den geschätzten Berner Unternehmer kaum herum. Damit haben mit Simonetta Sommaruga (SP) gleich zwei Berner Politiker intakte Chancen, heuer noch in die Landesregierung gewählt zu werden. Der Coup Schneider-Ammann/Simonetta Sommaruga könnte allerdings gerade am Umstand scheitern, dass beide aus dem Kanton Bern stammen. Zwar fällt die regionale Herkunft der Bundesrats-Kandidierenden je länger je weniger ins Gewicht, und auch Zürich war in den letzten Jahren schon mit zwei Sitzen in der Regierung vertreten. Doch wenn Schneider-Ammann gewählt wird, so dürfte die Sozialdemokratin bei der Ausmarchung im Winter doch die deutlich schlechteren Karten haben. Die Leute in der 2. Linie Bei den Liberalen waren neben Keller-Sutter und Schneider-Ammann gestern noch weitere Anwärter im Gespräch. In der zweiten Linie bewegen sich Nationalrat Ruedi Noser (ZH), Regierungsrätin Marianne Dürst (GL) sowie Nationalrat Peter Malama (BS). Letzterer hat sich bereits bereit erklärt, ins Rennen zu steigen. Dagegen haben die Berner Nationalrätin Christa Markwalder und Regierungsrat Hans-Jürg Käser erklärt, auf eine Kandidatur verzichten zu wollen. Der Angriff auf die FDP Die FDP wird kämpfen müssen. Von links und rechts wird ihr der Sitz strittig gemacht. Die SVP wiederholte gestern ihren Anspruch auf einen zweiten Bundesratssitz. Und auch die Grünen drängen in die Regierung: «Die Zeit für eine grüne Vertretung im Bundesrat ist überreif», schrieb die Parteileitung in einem Communiqué, indem einzig der Berner Regierungsrat Bernhard Pulver namentlich als potenzieller Kandidat genannt wird. Ob auch die CVP attackiert, liess die Partei gestern offen. Nach dem Rücktritt von FDP-Bundesrat Pascal Couchepin war sie angetreten, verlor den Sitz aber an Didier Burkhalter von der FDP. Pascal Schwendener >

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