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13 Stimmen für die Strasse

Hauchdünn entscheiden sich die Münsinger Stimmbürger für den Bau der Entlastungsstrasse Nord. Nun prüfen die Gegner, ob sie das Ergebnis anfechten können.

Münsinger Rossboden: Durch dieses Gebiet führt die neue Entlastungsstrasse.
Münsinger Rossboden: Durch dieses Gebiet führt die neue Entlastungsstrasse.
Beat Mathys

Dreimal zählt der Münsinger Abstimmungsausschuss die Stimmzettel aus. Dreimal kommt er zum gleichen Ergebnis. Das Ja-Lager liegt 13 Stimmen vor den Nein-Sagern. Anders gesagt: Hätten 7 von 2831 Befürwortern anders gestimmt, hätte ein Nein resultiert.

So aber können Gemeindepräsident Beat Moser (Grüne) und Gemeinderat Andreas Kägi (FDP) um 15 Uhr vor den Medien verkünden, dass die Münsinger Stimmbürger Ja zur Entlastungsstrasse Nord gesagt haben.

Sie ­haben dem Investitionskredit von 6,5 Millionen Franken zugestimmt. Sie sehen eher erleichtert als glücklich aus. «Das ist Demokratie», sagt Moser.Gemeinderat Kägi ist zwar überrascht über das knappe Resultat, hat aber eine Erklärung parat.

Gerade ältere Bürger hätten Mühe mit der Entwicklung der Gemeinde, dem hohen Wachstum samt innerer Verdichtung. «Das geht bis weit in bürgerliche Kreise hinein.» Das habe für viele Nein-Stimmen gesorgt.

«Nur ein Baustein»

Gemeindepräsident Moser ist zufrieden mit dem Ja. «Das ist ein sehr wichtiger Entscheid.» Nach über 20 Jahren Diskussionen hätten die Münsinger endlich einmal abstimmen können.

Mit der Entlastungsstrasse, die ab 2023 von der Bernstrasse in den Ortsteil West führen soll, werde rund die Hälfte der Münsinger Bevölkerung Anschluss an das übergeordnete Strassennetz haben. Die Strasse werde das Nadelöhr, den Kreisel im Dorfzentrum, entlasten. «Damit können auch der Ortsbus und der Tangento ­zuverlässig verkehren.»

Wir werden uns erkundigen, welche Möglichkeiten uns offenstehen.

Gegnerin Elisabeth Striffeler, SP

Wie immer betont Moser, dass die Strasse nur ein Baustein von mehreren für ein effizientes Verkehrssystem sei. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt ab 2020, der neue Bahnhofvorplatz ab 2021 und der Viertelstundentakt im Bahnverkehr ab 2030 gehörten ebenso dazu.

Die Kosten für die Strasse betragen insgesamt 15,2 Millionen Franken. Sie wird aber nur gebaut, wenn sich der Bund und der Kanton daran beteiligen. Laut dem Gemeinderat soll die Finanzierungsvereinbarung im Jahr 2019 vorliegen, die Baubewilligung 2020.

«Anstrengung war nötig»

Die Gegner der Strasse haben noch ein Fünkchen Hoffnung, dass es nicht so weit kommt. Jedenfalls schliessen sie nicht aus, dass sie das knappe Ergebnis anfechten. «Weil es so knapp ist, werden wir uns erkundigen, welche Möglichkeiten uns offenstehen», sagt Elisabeth Striffeler (SP) im Anschluss an die Medienkonferenz.

Überhaupt hadern die Gegner mit dem Ergebnis. Vom Kampf «David gegen Goliath» redet Grüne-Präsident Jürg Schacher und spricht damit vor allem die Plakate der Befürworter an, die während Wochen aufgestellt waren und für Diskussionen sorgten.

«Man hat uns nicht ernst genommen», sagt Martin Schütz von der Interessengemeinschaft autofreier Rossboden. Nicht einmal eine Petition, die von 660 Personen unterzeichnet wurde, habe der Gemeinderat zum Anlass für ein Gespräch genommen. Urs Baumann hingegen, Präsident des Pro-Komitees, ist erleichtert. «Das knappe Resultat zeigt, dass unsere Anstrengung nötig war.»

Resultat: 2831 Ja (50,1%), 2818 Nein (49,9%), Stimmbeteiligung: 64%.

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