150 Menschen zeigen in Bern dem Vatikan einen Besen

Bern

Auf dem Berner Helvetiaplatz haben am Samstag rund 150 Personen gegen den sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche demonstriert.

Rund 150 Personen haben am Samstag in Bern gegen sexuellen Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche demonstriert. Um symbolisch zu zeigen, dass der Vatikan «ausmisten» soll, streckten die Kundgebungsteilnehmer Besen in die Höhe.

Aufgerufen zur bewilligten Demonstration hatte das «Aktionsbündnis 'Zeichen gegen Missbrauch'», das nach eigenen Angaben aus Theologinnen und Theologen aus dem Kanton Zürich besteht. In Bern führte dieses Bündnis die Kundgebung durch, weil sich in der Bundesstadt die apostolische Nuntiatur befindet. Das ist die Vertretung des Vatikans in der Schweiz.

An der Kundgebung erhoben die Teilnehmer mehrere Forderungen. Dazu gehört, dass das kirchliche Strafrecht ergänzt wird: Jede sexuelle Ausbeutung soll unter Strafe gestellt und konsequent geahndet werden, nicht nur diejenige von Kindern. Opfer sollen Akteneinsicht erhalten, und es sollen unabhängige Beratungsstellen geschaffen werden.

Mitte August will das Bündnis dem apostolischen Nuntius in der Schweiz diese Forderungen übergeben, zusammen mit einer Petition. Nach Angaben einer Mediensprecherin des Bündnisses war es die erste derartige Kundgebung in der Schweiz. Unter brütender Mittagssonne auf dem Berner Helvetiaplatz trat auch Doris Wagner auf. Sie ist eine frühere deutsche Ordensfrau, Autorin des Buches «Nicht mehr ich». Wagner ist eigenen Aussagen zufolge von einem Priester vergewaltigt worden.

tag/sda

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