16-jährig und schon Kulturunternehmer

Bremgarten

Der 16-jährige Tibor Kiss will eine Konzertreihe auf die Beine stellen. Er hat von A bis Z alles organisiert und bereitet sich nun auf das erste Konzert vor.

Der 16-jährige Tibor Kiss will mit seiner Konzertreihe Musiker nach Bern holen.

Der 16-jährige Tibor Kiss will mit seiner Konzertreihe Musiker nach Bern holen.

(Bild: Christian Pfander)

Annic Berset

Die fünf Wochen Sommerferien sind vorbei. Für den 16-jährigen Tibor Kiss wird das Ende der Ferien aber kein neues Schuljahr einläuten. «Ich habe im Juni die Matura abgeschlossen», erklärt der Teenager. Mit 16 Jahren? Ja, erklärt er bescheiden, er habe zwei Schuljahre überspringen können. «Das hat aber nicht nur Vorteile». Alle Gleichaltrigen würden halt jetzt wieder im Unterricht sitzen.

Nicht so der junge Mann aus Bremgarten. Er hat bereits während der Prüfungen die Pläne für seine Konzertreihe entworfen, die er auf die Beine stellen will. Zum Start am 8. September hat Tibor Kiss die Gruppe Levin & Band aus Rapperswil SG in den Frei­gymer eingeladen. Poppige und rockige Klänge werden die Zuschauer am Konzert er­warten.

Zepter in die Hand nehmen

Seit über zehn Jahren spielt der 16-Jährige Geige. Dank seinem Instrument ist die Leidenschaft in ihm erwacht, ein solches Konzertprojekt auf die Beine zu stellen. «Wir hatten immer wenige Zuschauer, egal, wie gut die Vorführungen waren. Sie waren einfach nicht von A bis Z geplant», erklärt er. Das will er nun anders machen.

«Das Planerische und Organisatorische reizen mich, und hinter dem Ganzen steckt mehr als nur ein Hobby.» Für das Vorhaben, junge und bekanntere Bands in Bern auftreten zu lassen, setzt Tibor Kiss seine ganzen Ersparnisse ein. Auch sonst will er keine finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen. «Ich will die Verantwortung tragen für meinen Plan», sagt der 16-Jährige. Dank seinem Alter seien ihm die Leute bei Ausgaben wie der Saalmiete oder den Flyern entgegengekommen.

Das Ganze hat definitiv mehr als Hobbycharakter. Im Team des Teenagers arbeiten vor allem junge Leute, er hat aber auch einen professionellen Tontechniker engagiert, denn «der Ton ist logischerweise das A und O an einem Konzert.» Die 15 Personen, die in die Organisation involviert sind, werden selbstverständlich auch entlöhnt.

Lehrgeld bezahlt

Ganz reibungslos sei aber bei der Planung nicht alles abgelaufen, erzählt Tibor Kiss. Schon Ende Mai hatte er ein Konzert geplant, alles organisiert, die Tickets waren verkauft. Dann sagte die Band kurzfristig ab, und alles fiel ins Wasser. «Ich habe daraus gelernt. Deshalb ist jetzt alles professioneller aufgezogen mit einem Vertrag, damit die Musiker nicht einfach absagen können.»

Sobald Emotionen ins Spiel kommen, sagt er, wolle man Fehler nicht mehr wiederholen. «Als Beispiel: Wenn ich 1000 Franken aus dem Fenster werfe, tut das weh.» Die Noten in der Schule dagegen seien ihm zu abstrakt gewesen. «Eine 3 in einer Prüfung hat mich nie wirklich geschmerzt, deshalb hat sie sich auch wiederholt.» Der Erfolg mit seinen Konzerten soll hingegen greifbar sein. «Es wäre ein tolles Gefühl, mehrere Hundert Zuhörer im Freigymer begrüssen zu dürfen.»

Boom-Konzerte:8. September, 20 Uhr, Freies Gymnasium Bern. Infos unter www.boom-konzerte.ch.

Berner Zeitung

Diese Inhalte sind für unsere Abonnenten. Sie haben noch keinen Zugang?

Erhalten Sie unlimitierten Zugriff auf alle Inhalte:

  • Exklusive Hintergrundreportagen
  • Regionale News und Berichte
  • Tolle Angebote für Kultur- und Freizeitangebote

Abonnieren Sie jetzt