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18 Massnahmen für ein besseres Nachtleben

Die Stadt Bern präsentierte am Montagmorgen ihr überarbeitetes Nachtlebenkonzept vor.

Massnahme 1: Ausweitung des Security-Konzepts
Massnahme 1: Ausweitung des Security-Konzepts
Urs Baumann
Massnahme 2: Vermittlungsstelle Nachtleben
Massnahme 2: Vermittlungsstelle Nachtleben
Keystone
Massnahme 18: Anpassung der Lärmvorschriften.
Massnahme 18: Anpassung der Lärmvorschriften.
Keystone
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In der Stadt Bern liegt das überarbeitete Nachtlebenkonzept vor. Es soll der Stadt sowohl zu einem lebendigen als auch zu einem friedlichen Nachtleben verhelfen und umfasst 18 Massnahmen - drei mehr als der im letzten Winter präsentierte Entwurf.

Zuoberst auf der Liste der 18 Massnahmen steht die Absicht, die vor zwei Jahren eingeführten Sicherheitsstandards für Bars und Clubs in Berns Ausgehmeile in der oberen Altstadt auf alle Betriebe mit Überzeit in der ganzen Stadt Bern auszuweiten. Das sagte der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause am Montag vor den Medien in Bern.

Die Stadt will auch mehr öffentliche Toiletten, mehr Nachtbusse und eine externe Vermittlungsstelle bei Konflikten. Dazu kommt eine Raumbörse für Zwischennutzungen und - nach Zürcher Vorbild - eine sogenannte Spontanbewilligung für Freiluft-Partys. Sie soll illegalen Feiern im Wald einen Riegel schieben.

Stadtberner Jugendliche sollen auch vermehrt nicht-kommerzielle Angebote nutzen können. Deshalb will die Stadt geeignete Räumlichkeiten selber anbieten. Sie beabsichtigt auch, Klubs und Kulturveranstalter anzufragen, ob sie im Rotationsprinzip Anlässe speziell für 16- bis 18-jährige anbieten könnten. Es sei denkbar, dass die Stadt Bern solche Anlässe finanziell unterstütze, ist im Konzept zu lesen.

Vernehmlassungskritik aufgenommen

Das Berner Nachtlebenkonzept in der Version des letzten Winters kam in der Vernehmlassung zwar grundsätzlich gut an, doch hiess es durchs Band, es setze zu stark auf Repression und zu wenig auf Prävention. Teilnehmer forderten auch, Kultur, Jugendarbeit und Sensibilisierung seien stärker ins Konzept einzubeziehen.

Auf diese Wünsche habe die Stadt reagiert und das Konzept angepasst, sagte Nause. Er nannte dafür die Bemühungen, vermehrt nicht-kommerzielle Angebote zu ermöglichen, und die Jugendlichen anzusprechen.

Zudem heisst es im Konzept auch, Rundtischgespräche für Prävention und Sensibilisierung seien durchzuführen und Kulturschaffenden solle eine «Plattform für ihre Anliegen zu geben».

Kein Alkoholverkaufsverbot ab 20 Uhr

Kein Thema mehr für die Stadtberner Regierung ist ein Alkoholverkaufsverbot ab 20 Uhr ausserhalb von Gaststätten. In der Vernehmlassung stiess dies auf einhellige Ablehnung. Auch nicht weiterverfolgt werden die Ideen, im Zonenplan neu Zonen für Ausgehlokale zu schaffen und die Lärmvorschriften anzupassen.

Als untauglich für grössere Städte wie Bern bezeichnete der Berner Stadtpräsident Alexander Tschäppät eine allfällige Rückkehr zum System der Polizeistunde. Der Präsident des Schweizer Städteverbands, der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri, hat sich am Wochenende in einem Interview dafür ausgesprochen.

Der Berner Gemeinderat genehmigte das Nachtlebenkonzept vergangene Woche nach einer Vernehmlassung und zwei Rundtischgesprächen. An diesen Gesprächen nahmen Behörden und Institutionen, Kulturanbieter sowie Bar- und Clubbetreiber teil.

Stadt Bern stellt «Experimentierraum» zur Verfügung

Nause und Tschäppät stellten das neue Konzept in einem ehemaligen Raum der Berner Sanitätspolizei vor, die kürzlich in neue Räumlichkeiten am Stadtrand umgezogen ist. Die Stadt Bern will mit diesem Raum mitten im Stadtzentrum selber einen Beitrag für ein lebendiges Nachtleben leisten.

Sie verzichtet vorerst auf eine eigene Nutzung dieser Räume an der Nägeligasse 2 und stellt ihn Privaten und Jugendorganisationen zur Verfügung, die ihn nutzen wollen. Tschäppät sagte, der Raum mit seinen spitalähnlichen weissen Kachelwänden versinnbildliche gut auch die Risiken des Nachtlebens.

Für Tschäppät stellt das Konzept keineswegs der Abschluss der Diskussionen um das Berner Nachtleben dar. Er sprach von einem wertvollen Dialog, der sich etabliert habe. Ende 2014 will die Stadtregierung wieder Bilanz ziehen.

sda/pd/mas

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