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20 Festnahmen bei Razzia um und in der Reitschule

Erst am Mittwoch sprach der Gemeinderat der Kantonspolizei seine Unterstützung im Kampf gegen den Drogenhandel auf der Schützenmatte aus. Am gleichen Abend folgte bereits die erste grosse Razzia.

Bei einer Razzia am Mittwochabend (10.6.2015) gingen die Einsatzkräfte auch in den Innenhof der Reitschule.
Bei einer Razzia am Mittwochabend (10.6.2015) gingen die Einsatzkräfte auch in den Innenhof der Reitschule.
zvg/ Facebook
Nach Angaben von Mediensprecherin Simona Benovici begaben sich die Polizisten erst in Phase zwei des Einsatzes in den Innenhof, nachdem einige Personen dorthin geflüchtete waren, um sich der Kontrolle zu entziehen.
Nach Angaben von Mediensprecherin Simona Benovici begaben sich die Polizisten erst in Phase zwei des Einsatzes in den Innenhof, nachdem einige Personen dorthin geflüchtete waren, um sich der Kontrolle zu entziehen.
zvg/ Facebook
Mittlerweile wurden sie jedoch wieder entfernt.
Mittlerweile wurden sie jedoch wieder entfernt.
zvg
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Es ist ein seltenes Bild: Einsatzkräfte der Polizei verlassen das Tor der Reitschule. So geschehen am Mittwochabend. Die Ankündigung des Gemeinderates, dass «mehrere gezielte und konzentrierte Aktionen gegen den Drogendeal stattfinden werden», wurde offenbar noch am gleichen Tag erstmals in die Tat umgesetzt.

Die Kantonspolizei Bern bestätigt den Einsatz vom Mittwochabend kurz vor 20 Uhr auf Anfrage von Redaktion Tamedia. Es sei eine gezielte Aktion gegen den Drogenhandel gewesen, die nicht explizit im Zusammenhang mit der Reitschule gestanden habe, so Mediensprecherin Simona Benovici. «Dort, wo wir Drogenhandel feststellen, machen wir auch Kontrollen - unabhängig der Örtlichkeit.»

Die Einsatzkräfte hätten den Innenhof erst in der zweiten Phase des Einsatzes betreten, als einige Personen dorthin geflüchtet sind, um sich der Kontrolle zu entziehen. Insgesamt 20 Personen wurden im Rahmen der Kontrolle für nähere Abklärungen auf eine Wache geführt. Elf von ihnen wurden in Haft genommen, wobei zwei zur Verhaftung ausgeschrieben waren, wie es in einer Mitteilung der Polizei vom Donnerstagnachmittag heisst.

Weitere Kontrollen im Raum Schützenmatte angekündigt

15 Personen werden wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz verzeigt. Sieben werden sich wegen Widerhandlung gegen das Strafgesetzbuch verantworten müssen - insbesondere wegen Hinderung einer Amtshandlung. Sie hatten versucht, sich der Kontrolle mittels Flucht oder körperlicher Gegenwehr zu entziehen. Sechs Personen werden zudem Verstösse gegen das Ausländergesetz zur Last gelegt.

Im Rahmen des Einsatzes wurden rund 18 Gramm Kokain, rund 39 Gramm Marihuana sowie mehrere hundert Franken Bargeld sichergestellt. In nächster Zeit wird mit weiteren Kontrollen im Raum Schützenmatte zu rechnen sein, wie es in der Mitteilung der Polizei weiter heisst.

Bilder auf Facebook wieder verschwunden

Wie Simona Benovici bestätigt, war der Einsatz vom Mittwochabend ein Teil der Intensivierungsbestrebungen gegen Drogenhandel im Raum Schützenmatte, die der Gemeinderat angekündigt hatte. Gleichzeitig sei der Einsatz aber auch aufgrund der Lagebeurteilung erfolgt. Im Rahmen der polizeilichen Tätigkeit werde immer wieder festgestellt, dass im Raum Schützenmatte mit Betäubungsmitteln gehandelt werde.

Am Donnerstagmorgen kursierten Bilder vom Poilzeieinsatz auf Facebook. Diese sind mittlerweile wieder entfernt worden. Die Polizei hatte Kenntnis von den Aufnahmen.

Kritik aus der Reitschule wegen «Menschenjagd gegen Schwarzafrikaner»

Obwohl der Gemeinderat die konzentrierten Aktionen gegen den Drogenhandel im Raum Schützenmatte am Mittwoch angekündigt hatte, wird nach Angaben von Radio RaBe Kritik aus der Reitschule gegen den Polizeieinsatz laut. Man habe nicht so schnell damit gerechnet, so Aline, Mitarbeiterin vom Sous le Pont und Mitglied der Mediengruppe der Reitschule, gegenüber Radio RaBe. «Mehrere Zivilpolizisten sind in die Reitschule hinein gestürzt, haben die Eingänge blockiert und Leute gewaltsam festgenommen.»

Es hätte wieder einmal keine Informationen seitens der Polizei gegegeben. «Aus der Sicht der Polizei richtete es sich sicher gegen den Drogenhandel», so Aline. Sie bemängelt, dass sich die Aktion primär gegen Schwarzafrikaner gerichtet habe. Sie spricht gar von einer «Menschenjagd gegen Schwarzafrikaner».

pd/sih

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