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244 Wohnungen für Familien und Grüne

Das Oberfeld ist eine der grössten geplanten Wohnsiedlungen im Kanton Bern. Nach längerem Ringen war am Montag Baustart für das «neue Dorf», wo ab 2013 viele Familien und Umweltbewusste leben.

Jetzt stehen sie Seite an Seite für das Grossprojekt Oberfeld (von links): Peter Scotton von der Vorsorgestiftung VSAO, Gemeindepräsident Christian Zahler, Gemeinderätin Regula Unteregger und Genossenschaftspräsident Christian Zeyer auf dem Bauplatz in Ostermundigen.
Jetzt stehen sie Seite an Seite für das Grossprojekt Oberfeld (von links): Peter Scotton von der Vorsorgestiftung VSAO, Gemeindepräsident Christian Zahler, Gemeinderätin Regula Unteregger und Genossenschaftspräsident Christian Zeyer auf dem Bauplatz in Ostermundigen.
Susanne Keller

Im Hintergrund dröhnen bereits die Motoren der Bagger, im Vordergrund posieren Behördenmitglieder und Bauherren mit der Schaufel für die Fotografen: Gestern Morgen war Spatenstich für die Erschliessung des Ostermundiger Oberfelds. In anderthalb Jahren sollen auf diesem 20 Fussballfelder grossen Areal die ersten Bewohner einziehen. Dieser Baubeginn ist zugleich ein Happy End: Die beiden ehemaligen Kontrahenten VSAO und WBGO spannen zusammen für eines der grössten Wohnbauprojekte im Kanton mit vorerst 244 Wohnungen. Zudem sind Büro- und Gewerbeflächen für 160 Arbeitsplätze reserviert.

Autofrei erhielt Abfuhr

Dabei herrschte zwischen den beiden Bauherren noch vor zweieinhalb Jahren ein eisiges Klima. Denn zuvor war lange nur die Wohnbaugenossenschaft Oberfeld (WBGO) im Gespräch für das begehrte Land in Ostermundigen. Sie hatte über Jahre ihre Pläne für ein autofreies Wohnen auf das Oberfeld massgeschneidert. Doch im Frühling 2009 entschied sich der Stadtberner Gemeinderat, das Land der Berner Ärzte-Vorsorgestiftung VSAO zu verkaufen.

Die Stiftung mit über 15'000 Versicherten bekam den Zuschlag, weil sie das Areal als Ganzes kaufen konnte. Dies im Gegensatz zur Genossenschaft WBGO, die ihre Siedlung nur auf Teilen des Areals plante. Mit dem Verkauf an die VSAO werde ein rascher Baubeginn sichergestellt, begründete die damalige Landbesitzerin Stadt Bern.

Später kamen sich die beiden Interessenten näher. Nach sechsmonatigen Verhandlungen wurden sie sich einig: Goliath (VSAO) verkaufte David (WBGO) einen Teil des Landes weiter. Gestern sagte Genossenschaftspräsident Christian Zeyer: «Wir danken der VSAO, dass wir ihr das Gelände abkaufen und auf dem Schlittenwagen mitfahren durften.» Am Ende der Fahrt stehen gemeinsame Ziele. So werden die Fussgänger in der ganzen Siedlung Vortritt haben, nicht nur im autofreien Teil. Geplant ist Tempo 20.

Mundigen wächst wieder

«Wir bauen hier ein neues Dorf», sagte die Ostermundiger Gemeinderätin Regula Unteregger (SP) vor den Spatenstich-Teilnehmern. Bis 1300 Menschen werden auf dem Oberfeld leben. Der Schrumpfungsprozess von Ostermundigen wird damit weiter gestoppt. Heute hat die Gemeinde gut 15'000 Einwohner, vor 30 Jahren waren es fast 18'000. Mit den ebenfalls neuen Nachbarsiedlungen Hättenberg, Wohnterrassen und Juraweg seien es bald wieder 16'000 Einwohnerinnen und Einwohner, sagte Gemeindepräsident Christian Zahler (SP). Ist das Oberfeld bewohnt, steigt die Bevölkerung auf einen Schlag um weitere zehn Prozent an. Daher sind die 5,5 Millionen Franken, die sich die Gemeinde die Erschliessung des Oberfelds kosten lässt, gut investiert.

Vor allem grosse Wohnungen

Das Areal umfasst sechs Baufelder. Die grössere Bauherrin, die VSAO, überbaut ihr Land etappenweise. In der ersten Phase plant sie zusammen mit der Berner Baugenossenschaft Domus 144 Wohneinheiten, 36 davon sind Eigentumswohnungen. Später will sie weitere 125 Wohnungen, 64 Reiheneinfamilienhäuser und gemischte Nutzungen erstellen. Die VSAO peilt vor allem Familien aus dem gehobenen Mittelstand an. So haben 90 Prozent der ersten Wohnungen mindestens 4 Zimmer. Etwa 80 Millionen Franken investieren VSAO und Domus in die erste Etappe. Für die 100 Wohnungen der autofreien WBGO-Genossenschaftssiedlung sind es 45 Millionen: Die Bewohner sind Mitglieder und kaufen die Wohnungen zu Selbstkostenpreisen. Die WBGO zählt über 200 Mitglieder. Sie besitzen kein Auto (siehe auch Kasten). Trotzdem müssen Flächen für eine Einstellhalle ausgespart werden, falls sich die Nutzung dereinst ändern sollte.

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