Zum Hauptinhalt springen

50-Jähriger wegen Mordes vor Gericht

Vor dem Kreisgericht Bern-Laupen muss sich seit Montag ein 50-jähriger Türke wegen Mordes, eventuell vorsätzlicher Tötung verantworten.

Ihm wird vorgeworfen, vor 14 Jahren einen Landsmann in Bern durch vier Schüsse getötet zu haben.

Möglicherweise handelte es sich um einen politisch motivierten Auftragsmord. Der Angeklagte soll am 16. November 1994 dem damals 29-jährigen Opfer und dessen Ehefrau gefolgt sein. Als sich die Frau verabschiedete, soll er mit dem Opfer Richtung Stadt gegangen und dieses auf der so genannten Friedenstreppe mit drei Schüssen in den Rücken und einem Schuss in den Hinterkopf regelrecht hingerichtet haben.

Vor Gericht verneinte der Angeklagte jegliche Verbindung zur revolutionären Organisation MLSPB, aus der das Opfer ein Jahr vor seiner Tötung ausgetreten war. Er sei lediglich in einer demokratischen Volksbewegung aktiv gewesen. Wegen dieser politischen Aktivität sass der Angeklagte Anfang der 80-er Jahre in der Türkei im Gefängnis, «Ich bin Türke, aber kein türkischer Nationalist», sagte der Angeklagte im Gerichtssaal. Er war Anfang 2006 in Frankreich, wo er im Herbst 1994 geheiratet hatte, verhaftet worden.

Die Frau des Opfers, die inzwischen wieder verheiratet ist, gab an, den Angeschuldigten zu kennen. Ihr Ehemann habe ihn ihr als sein Freund vorgestellt. Die beiden Männer seien wegen ihrer politischen Aktivität in der Türkei zusammen verhaftet worden. Den Parteiaustritt bezeichnete sie als möglichen Grund für die Ermordung ihres Mannes. Es müsse aber noch einen wichtigen anderen Grund gegeben haben, den sie gerne erfahren würde. Zur Sprache kam unter anderem ein Streit zwischen dem Opfer und einem behinderten Bekannten, bei dem es sich um den Bruder des Angeklagten gehandelt haben könnte. Der Streit führte zu einer Messerstecherei kurz vor der Tat. Die Frau des Opfers sagte ausserdem, dass der Angeklagte sie und ihr neugeborenes Kind einige Tage vor der Tat im Spital besucht hatte.

Am Nachmittag standen Zeugenbefragungen auf dem Programm. Die Urteilsverkündung wurde für Freitag erwartet.

(AP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch