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730 minus 2

Kindergarten, Tag zwei von siebenhundertdreissig. Auf dem Nachhauseweg: «Mama, ich war jetzt schon zweimal im Kindergarten. Das reicht. Kann ich in die Schule?»...

...Hinter uns liegen 48 Stunden Gefühlsschwankungen: Trennungsschmerz (von beiden Seiten), ein bisschen Nostalgie (ja, ich gebs zu) und Stolz (ist doch klar). Beim Abschied am Morgen hat sie noch geweint, und nun schaut mich meine Tochter an, als ob ich einer Erwachsenen einen Schnuller anbieten würde. «Ich kann doch spielen, das muss ich nicht mehr lernen!» – und überhaupt: Sie wolle «Astronauterin» oder «Tennisserin» werden. Dafür brauche sie keinen Kindergarten.

Ich zähle die Vorzüge unseres Schulsystems auf, und Panik steigt auf. Bald wird sie den Kindergartenweg alleine gehen, dann kommt die Schule, die erste schlechte Note, der erste Freund. Irgendwann wird sie in den Ausgang wollen. O Gott, sie wird knutschen! Vielleicht wird sie tatsächlich Astronautin und fliegt für zwanzig Jahre zum Mars.

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