75,5 Millionen Franken für die neue Schwimmhalle

Bern

Der Stadtberner Gemeinderat hat am Dienstag zwei Vorlagen für den Bau einer neuen 50-Meter-Schwimmhalle im Neufeld verabschiedet. Das Kostendach liegt bei 75,5 Millionen Franken.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Vor einem Jahr stellte der Gemeinderat das Siegerprojekt für die 50-Meter-Schwimmhalle im Neufeld vor. «Das war eine Ideenskizze, nun haben wir ein detailliertes Bauprojekt», sagte Stadtpräsident Alec von Graffenried am Dienstag vor den Medien.

Konkret heisst das auch ein höherer Baukredit: Vor einem Jahr wurden die Kosten auf 55 bis 70 Millionen Franken geschätzt. Nun liegt der Betrag bei 75.5 Millionen Franken, davon gehen 52.6 Millionen zu Lasten der Schwimmhalle, für die Neuordnung der Sportfelder sind 14.56 Millionen Franken vorgesehen und die Provisorien, in welche die Fussball- und Tennisclubs ausweichen, auf 2.34 Millionen Franken.

«Ein Minus ist selten, wir sprechen hier über ein Plus von 10 Prozent», sagte von Graffenried. Wichtig sei ihnen, dass sie nicht auf einer grünen Fläche bauen, sondern im Bereich Neufeld verdichten und so ein Sportcluster aufbauen können. «Wir hätten auch auf dem Mittelfeld die Schwimmhalle bauen können, aber dann hätten wir gleichzeitig Wohnraum verbaut», sagt Franziska Teuscher, Direktorin für Bildung, Soziales und Sport.

Weil nicht nur Sportanlagen, sondern auch private Anwohner an das Areal angrenzen, habe man ihre Anliegen ernst genommen. Dies, indem sie Einsitz in die Jury hatten, die das Siegerprojekt «Goccia» gekürt hatte. Dieses wurde aus 54 Projekten ausgewählt und von Armon Semadeni eingereicht.

Einwände aus der Nachbarschaft gab es beispielsweise wegen drei Buchen, die bei der Buswendeschlaufe stehen. Damit diese nicht gefällt werden müssen, sei das Bauvorhaben um drei Meter versetzt worden, so Alec von Graffenried. Eine weitere Angst des Schattenwurfs wurde bei der Auswahl des Projektes berücksichtigt: Man baut in den Boden und das Gebäude betrage maximal 8.5 Meter, so Graffenried.

Virtueller Tennisklub

Die dort ansässigen Fussballfelder und Tennisfelder müssen wegen des Neubaus angepasst werden. Deshalb müssen sich auch die dort ansässigen Sportvereine alternative Trainingsorte suchen. Der TC Neufeld beispielsweise werde in der Bauzeit nur als virtueller Tennisklub bestehen, die Mitglieder würden bei anderen Clubs trainieren, sagt Christian Bigler, der das Sportamt leitet.

«Da danach die Anlage die neueste sein wird, dürften die Mitglieder wohl zurückkehren», sagt er. Der FC Länggasse wird ein verkleinertes Kunstrasenfeld bekommen, das jetzt kein Normfeld ist, aber danach die Norm für Junioren D haben werde. «Wir werden aufhören, dass die Fussballclubs FC Länggasse, YB und der FC Bern nur auf den eigenen Feldern trainiert. Das können wir uns gar nicht leisten», erläutert Bigler weiter.

Der Gemeinderat verabschiedet zwei Geschäfte an den Stadtrat: eine Zonenplanänderung der Sportanlagen Neufeld und die Baukreditvorlage. Die Stadt scheiterte in der Vergangenheit bereits mit ihrem Vorgehen, eine neue Schwimmhalle zu bauen. «Damals ging es um Extrempositionen, einmal sprach man von einem Leistungszentrum, beim anderen Mal von einem 49-Meter-Becken, damit es für grosse Wettbewerbe nicht in Frage kam», erinnert sich Alec von Graffenried.

Nun baue man eine «Halle für alle». Zudem sei der Gemeinderat per Initiative aufgefordert worden, eine neue Schwimmhalle für die Stadtberner Bevölkerung vorwärtszutreiben.

Maximal 6 Millionen abwälzbar

Finanziert wird die Schwimmhalle primär von der Stadt Bern, erst nach Zusicherung des Kredits könne man bei Bund und Kanton für finanzielle Unterstützung anklopfen. Diese könnte maximal 6 Millionen Franken betragen. «Wir haben auch umliegende Gemeinden angefragt, ob sie die Halle mitfinanzieren. Aber das wollte niemand», sagt Franziska Teuscher.

Die Kosten auf auswärtige Schwimmer abzuwälzen, hält man indes nicht für abwegig. «Bereits jetzt kosten die Saisonabos für in der Stadt wohnende Personen und Familien weniger als für Nichtberner», sagt Christian Bigler. Er könnte sich vorstellen, dies auch bei Einzeltarifen durchzusetzen.

Die Geschäfte gehen nun an die zuständige Kommission des Berner Stadtrats, danach wird im Stadtrat entschieden. Ist der Entscheid positiv, kommt das Bauvorhaben am 24. November vors Stimmvolk. Wenn alles gut geht, könnte ungefähr in einem Jahr der Spatenstich stattfinden.

Berner Zeitung

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