«Bern ist die Sportstadt Nummer 1 der Schweiz»

YB-Fan Alec von Graffenried (55) spricht über Reisen nach Vaduz und Davos, über Lars Lunde, Paul-André Cadieux und Marc Lüthi.

Kann Stapi Alec von Graffenried dieses Jahr zwei Meistertitel in der Bundeshauptstadt feiern?

Kann Stapi Alec von Graffenried dieses Jahr zwei Meistertitel in der Bundeshauptstadt feiern? Bild: Christian Pfander

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Wer hat bessere Chancen, Meister zu werden: YB oder der SCB?
Alec von Graffenried: Wenn man die letzten Jahre betrachtet, sicher der SCB, wobei die Playoffs unberechenbar sind.

Glauben Sie an einen YB-Titel?
Klar, das Team bereitet viel Freude! Ich war schon als Bub YB-Fan, als die Fans in der Pause die Seite wechseln durften. Auch heute bin ich oft im Wankdorf, meist im Sektor D, Balkon. 10 bis 15 Partien werden es auch diese Saison sein.

Manchmal reisen Sie sogar nach Vaduz, wie vor ein paar Jahren.
(lacht) Das war ein einmaliger Ausflug mit meinen Söhnen. Essen und Spiel in Vaduz waren furchtbar, YB erreichte nur ein 1:1. Wir waren auch mal mit dem Velo in Zürich an einem YB-Spiel, da fuhren wir um 6 Uhr in der Früh in Bern los, oder mit dem SCB in Davos.

Und warum gewinnt YB endlich wieder einen Meistertitel?
Allen steckt noch das Jahr 2010 in den Knochen mit dem verlorenen Titelkampf gegen Basel. Diesmal ist alles anders. Die vielen talentierten Spieler identifizieren sich mit YB, wie Trainer Adi Hütter hätten einige bereits ins Ausland gehen können, verfolgen aber mit YB einen klaren Plan. Das stimmt mich zuversichtlich.

Welche Geschichten verbinden Sie mit YB und dem SCB?
Jede Menge. Wie gesagt, ich war immer YB-Fan, hatte viele Lieblingsspieler, mein absoluter Held war Lars Lunde, einer der Meister 1986. Heute gefällt mir Guillaume Hoarau auf dem Platz und als Mensch. Ich bin dem Fussball näher, weil ich selber oft spielte, aber nie in einem Klub. Eishockey gucke ich gerne, kann das Spiel aber nicht lesen. Als Viertklässler hatte ich ein SCB-Meisterdress mit der Nummer 17 des Spielertrainers Paul-André Cadieux.

Waren Sie 1986 auf der Neuenburger Maladière, als YB gegen Xamax siegte und letztmals Schweizer Meister wurde?
Leider nicht. Aber ich war dann beim letzten Heimspiel im Wankdorf, als der Pokal überreicht wurde. Damals arbeitete ich als freier Mitarbeiter für Radio Extra Bern und ging im Stadion auf Stimmenfang.

Welche Beziehung pflegen Sie heute zu den beiden Vereinen?
Ich bin regelmässig in den Arenen anzutreffen. Beide Klubs arbeiten hervorragend, der SCB ist sportlich und wirtschaftlich der am besten geführte Verein des Landes. Und auch bei YB stimmen meiner Meinung nach die Strukturen und die Köpfe, auch wenn es in den letzten Jahren ab und zu unruhig war. Die Gebrüder Rihs als Investoren lassen die Verantwortlichen in Ruhe arbeiten, das Stade de Suisse gehört dem Klub, das passt alles. Auch bei YB ist ein Titel nur eine Frage der Zeit.

Und was würde es für die Stadt Bern bedeuten, sollten YB und der SCB 2018 Meister werden?
Es würde beweisen, was eh klar ist: Bern ist die Sportstadt Nummer 1 der Schweiz. Dafür reicht ja ein Blick auf die Tabellen.

Bei SCB-Titelfeiern sind jeweils rund 15'000 Menschen in der Stadt Bern. Man sagt, bei einem YB-Fest wären 100'000 Leute dabei. Glauben Sie das auch?
Das weiss ich nicht. Allerdings finde ich die Zuschauerzahlen in dieser Saison eher enttäuschend, zumal YB meistens richtig attraktiv und stark spielt. Es gab mehrere Partien, bei denen ich mehr Fans erwartet hätte. In der Rückrunde braucht YB volle Unterstützung!

Und zur Krönung gewinnt YB noch den Cupfinal in Bern.
Eines ist klar: Der Cupfinal gehört nach Bern, ins Zentrum des Landes, wo alle Fangruppen relativ schnell sind. Genf oder Basel sind für den Cupfinal nicht ideal. Es geht nun darum, eine Lösung zu finden mit allen Partnern, dem Verband, den Klubs, der Stadt Bern. Die Sicherheitsfragen und die Aufteilung der Kosten sind zentrale Punkte. Ich hoffe, dass es bereits 2018 klappt mit der Rückkehr, schliesslich fand der Cupfinal jahrzehntelang im Wankdorf statt. Allerdings sind mit YB, Basel, Zürich und GC gleich vier Vereine in den Halbfinals, mit denen es bezüglich Fans ohnehin zu einem Risiko-Cupfinal kommt.

Hier gehts zum Hintergrundartikel über die beiden Berner Sportklubs. (Berner Zeitung)

Erstellt: 05.01.2018, 12:42 Uhr

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