Bern

Nach 222 Stufen steigt die Party

BernDie ehemalige Turmwohnung im Münster und der darüber liegende Gewölberaum wurden umgebaut. Neu können sie als Konferenz- und Partyräume gemietet werden.

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Vor zehn Jahren räumte das Turmwartpaar Elisabeth Bissig und Ivo Zurkinden die Wohnung im Münsterturm. Dies wegen massiver Einschränkungen, bedingt durch die umfangreichen Sanierungsarbeiten. In den letzten zehn Jahren war die Turmwohnung – 50 Meter über Boden – nicht mehr bewohnt. Die Stelle einer Turmwartin allerdings blieb erhalten. Marie-Therese Lauper übt diesen Job seit 2007 aus. «Aber ich wohne nicht mehr dort, die Turmwohnung brauche ich als Büro», sagt Lauper. Sie sei für Sicherheit und Sauberkeit verantwortlich, organisiere Führungen und sei noch als stell­vertretende Sigristin tätig.

Konferenzen und Partys

Die Dreizimmerwohnung, die man über 222 Stufen nur zu Fuss erreicht, wurde in den letzten Monaten komplett saniert. Ebenso der darüber liegende, achteckige Gewölberaum, der früher als Estrich und Gerümpelkammer der Turmwohnung genutzt wurde. Gewohnt wird nicht mehr in der Wohnung. Der Evangelisch-reformierten Gesamtkirchgemeinde Bern war es wichtig, dass die Räumlichkeiten künftig der Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Räumlichkeiten sind zu Konferenz- und Sitzungs­räumen umgebaut worden. Sie können ab sofort gemietet werden. Zwei Räume in der ehemaligen Wohnung mit 15 beziehungsweise 13 Quadratmetern kosten für drei Stunden je 150 Franken. Der grosse Gewölberaum, das 80 Quadratmeter grosse Oktogon, kann für 350 Franken pro drei Stunden gemietet werden. «In den Räumlichkeiten dürfen auch Partys mit Musik durch­geführt werden», sagte Andreas Hirschi, Präsident des Kleinen Kirchenrats der Gesamtkirch­gemeinde Bern, bei der gestrigen Besichtigung.

Die Räume sind mit modernster Infrastruktur ausgerüstet. Auf Wunsch könne ein Catering mit dem Café Einstein organisiert werden, meint Andreas Hirschi. Benutzerinnen und Benutzer könnten die Kulinarik aber auch selbst organisieren und mitbringen. Für den Umbau und die Sanierung hatte der Grosse Kirchenrat einen Kredit von rund 500 000 Franken gesprochen.

Neue Fachstelle gegründet

Die Evangelisch-reformierte Gesamtkirchgemeinde Bern hat zeitgleich mit dem Umbau im Münster eine neue Fachstelle für den Dialog zwischen Kirche und Gesellschaft gegründet. Ziel des Projekts «Reformierte im Dialog» sei es, Plattformen dazu aufzubauen, den Austausch zwischen reformierter Kirche, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur in der Stadt Bern zu fördern. Die Veranstaltungen sind schwerpunktmässig in den neuen Räumlichkeiten im Münsterturm vorgesehen. In den nächsten Tagen startet eine Veranstaltungsreihe zum Thema Leadership und Ethik.

Geplant ist zudem ein Forum, das Berner Persönlichkeiten zum Gespräch über «Gott und die Welt» einlädt. Ferner würden Gespräche geführt über eine Zusammenarbeit im Bereich Politik mit dem Ziel einer operativen Beteiligung beim Polit-Forum Bern, meinte Michael U. Braunschweig, Leiter der neuen Fachstelle «Reformierte im Dialog». (jaw/sda)

Erstellt: 13.09.2017, 16:14 Uhr

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