Worblaufen

Die Halle ist aufgeblasen

WorblaufenEine Tennishalle zu planen und zu bauen, dauert in der Regel Jahre. Die Tennisclubs Ittigen und Bolligen haben es innert weniger Monate geschafft. Am Sonntag wird die neue Traglufthalle in Worblaufen eröffnet.

So sieht es in der Traglufthalle aus. Sie wird jeweils im Oktober auf- und im März wieder abgebaut.

So sieht es in der Traglufthalle aus. Sie wird jeweils im Oktober auf- und im März wieder abgebaut. Bild: Christian Pfander

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Die Spielfelder. Das Netz. Der Sandbelag. Die Spielerbänke. Die Anzeigetafeln: Das alles ist gleich geblieben. Nur vom Himmel ist nichts mehr zu sehen.

Neu sind zwei Aussenplätze der Tennisanlage in Worblaufen mit einer weissen, kuppelförmigen Hülle überdacht. 11 Meter hoch ist die Traglufthalle, in die ein Gebläse permanent Luft pumpt. Über eine grüne Drehtüre gelangt man ins Innere. Hier werde es den ganzen Winter 15 Grad warm sein, sagt Bauchef Urs Wyss, während sich auf dem vorderen Platz zwei Mitglieder des Tennisclubs Ittigen einspielen. Sie gehören zu den ersten, welche die Traglufthalle testen können. Offiziell eröffnet wird sie übermorgen Sonntag.

An einem Tag aufgebaut

Die Halle entstand auf Initiative der Tennisclubs Ittigen und Bolligen. Beide sind im Laufe der Zeit stark gewachsen – heute zählen sie 150 Juniorinnen und Junioren. Entsprechend brauchen die Clubs mehr Trainingskapazitäten. Im Winter, wenn nicht auf den Aussenplätzen gespielt werden kann, gaben die Clubs folglich immer mehr Geld aus, um Hallenplätze zu mieten.

So entstand die Idee einer eigenen Traglufthalle, die jeweils im Oktober auf- und im März wieder abgebaut wird. Rasch sei die Idee konkreter geworden, erklärt Kommunikationschefin Ursula Ammann. In der ersten Jahreshälfte 2017 sicherte man die Finanzierung, gründete den Betreiberverein Bantiger Hallentennis und holte die Baubewilligung ein. In den Sommerferien wurde um die zwei Aussenplätze ein Betonfundament gebaut. Und letzte Woche halfen 25 Freiwillige, die weisse Kunststoffhülle aufzubauen. «Das hat gerade mal einen Tag gedauert», sagt Ammann.

Abends fast voll

Gekostet hat die Halle rund 500'000 Franken. Über die Hälfte trugen die Clubmitglieder mit dem Kauf von Anteilscheinen bei. Auch der Hallentennisclub Bern, der die Traglufthalle im Neufeld betreibt, hat geholfen. Weitere 60'000 Franken gibt es aus dem Sportfonds des Kantons Bern. Der Rest werde mit einem Bankkredit finanziert, erklärt Thomas Amiet, Präsident des Vereins Bantiger Hallentennis.

Mit dem Ergebnis ist Amiet «sehr zufrieden». Die Halle sei bereits zu 45 Prozent ausgelastet. Hauptnutzer sind die Tennisclubs Ittigen und Bolligen respektive ihre Tennisschule. Zur Hauptzeit, von etwa 16 bis 21 Uhr, ist die Halle laut Amiet fast voll belegt. Morgens und an den Wochenenden gebe es noch Lücken. Aber: «Die Gewinnschwelle haben wir schon fast erreicht.» Amiet rechnet damit, dass die Nachfrage mit der Zeit noch steigen wird. «Viele werden mal vorbeikommen und schauen, wie es sich in der Halle spielt.»

Die Parkplatzfrage

In Worblaufen steht seit Jahr und Tag das Sportcenter Tivoli – eine Halle mit fünf Tennisplätzen ­sowie weiteren Badminton- und Squashcourts. Mit der Traglufthalle erhält das Tivoli nun direkt vor der Hallentüre Konkurrenz. Die Verantwortlichen bleiben aber positiv. «Wir haben bisher keine Einbusse gespürt», heisst es. Im Winter sei man in den Hauptzeiten ausgebucht. Ungewiss sei einzig die Parksituation, da die Besucher der Traglufthalle den Parkplatz neben dem Tivoli benutzen werden. «Mal schauen, wie sich das entwickelt.»

Auch Thomas Amiet geht davon aus, «dass das Tivoli und wir gut aneinander vorbeikommen». Die Besucher der Traglufthalle würden ja nicht nur die Parkplätze beim Tivoli benutzen, sondern dort auch im Restaurant einkehren. Ein Restaurant – das gibt es in der Traglufthalle nämlich nicht. (Berner Zeitung)

Erstellt: 13.10.2017, 09:26 Uhr

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