Bern

Kritik der Kurden

BernDie Kurden kritisieren die Kantonspolizei. Sie habe am Samstag übermässig Gewalt gegen Frauen und Kinder angewendet.

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Am Samstag eskalierten in Bern mehrere Demos. Kurden und türkische Nationalisten griffen sich gegenseitig und die Polizei an. Auch eine Amokfahrt ereignete sich. 22 Personen, darunter fünf Polizisten, wurden insgesamt verletzt.

Die Kurden werfen der Kantonspolizei nun vor, übermässig Gewalt angewendet zu haben. Die Polizei habe auch gegen Frauen, Kinder und ältere Personen Pfefferspray und Gummischrot eingesetzt. Auch hätten die Schützen die beim Gummischrot vorgeschriebene Mindestdistanz von 20 Metern nicht eingehalten.

Videos im Internet scheinen diese Aussage zu bestätigen. Der Verein «Demokratische Gesellschaftszentren der Kurden in Bern» kritisiert weiter, die Polizei habe verletzten Personen den Zugang zu den Ambulanzen abgeschnitten. Der Verein erwägt, gegen die Polizei Anzeige zu erstatten.

«Wir distanzieren uns von diesen Vorwürfen», sagt Polizeisprecherin Ramona Mock. Die Gruppen hätten gezielt die Auseinandersetzung gesucht, das Gewaltpotenzial sei hoch gewesen. Bevor man Mittel eingesetzt habe, seien die Demonstranten mehrfach gewarnt worden.

Der Mitteleinsatz sei gezielt erfolgt, um ein Zusammentreffen der Gruppen zu verhindern, und habe der Situation entsprochen.Familien habe man zuvor auf die gefährliche Situation hingewiesen. «Für uns ist es unverständlich, dass Frauen mit Kindern trotz mehrfacher Warnung vor Ort geblieben sind», sagt Mock. Kinder seien offensichtlich absichtlich in die Gefahrenzone gestellt worden. Weiter habe die Polizei die medizinische Versorgung verletzter Personen unterstützt.

Die Kurden hatten für kommenden Samstag in Bern eine weitere Demonstration geplant. Die Stadt hat ihr Gesuch nun aber abgelehnt. «Wir akzeptieren diesen Entscheid und planen am Samstag keine unbewilligte Demo in Bern», sagt Vereinsvorstand Ömer Resitoglu.

Die Polizei sucht derweil weiter nach Zeugen der Ausschreitungen vom Wochenende. Sie bittet Personen, die über Foto- und Videomaterial verfügen, sich zu melden: 031 634 41 11. (Berner Zeitung)

Erstellt: 16.09.2015, 19:33 Uhr

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