Rückt Linden bald näher zu Thun?

Seit zwei Jahren ist klar: Die Gemeinde Linden möchte lieber zum Verwaltungskreis Thun als zu jenem des Berner Mittellandes gehören. Nun bietet sich eine Chance: Linden konnte den Wechsel beim Regierungsrat beantragen.

Die Einwohner von Linden fühlen sich Thun offenbar näher verbunden als Bern. (Archivbild/Patric Spahni)

Die Einwohner von Linden fühlen sich Thun offenbar näher verbunden als Bern. (Archivbild/Patric Spahni)

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Bereits vor über zwei Jahren, im Juni 2015, setzten die Lindener Stimmberechtigten ein deutliches Zeichen: 38 der 39 Anwesenden (4 Prozent) der Gemeindeversammlung sprachen sich bei einer Konsultativabstimmung für einen Wechsel vom Verwaltungskreis Bern-Mittelland in den Verwaltungskreis Thun aus. Nun kommen die Befürworter ihrem Ziel ein grosses Stück näher. Die Gemeinde hat am Mittwoch beim Regierungsrat den Verwaltungskreiswechsel beantragt.

Gesetz muss geändert werden

Grund dafür ist der im Juli vom Regierungsrat vorgelegte Bericht «Zukunft der regionalen Zusammenarbeit». Dieser entspringt einer Evaluation der Strategie für Agglomerationen und regionale Zusammenarbeit. «Grundsätzlich heisst es im Bericht nicht, dass ein Wechsel des Verwaltungskreises möglich ist», erklärt Lindens Gemeindepräsident Thomas Baumann auf Anfrage. «Chancen auf einen Wechsel haben aber Gemeinden, die direkt an der Grenze zweier benachbarter Kreise liegen.»

Bei Linden grenzen sogar drei Verwaltungskreise aneinander: Bern-Mittelland, Emmental und Thun. Um dem Antrag auf den Verwaltungskreiswechsel nachzukommen, muss der Grosse Rat jedoch erst eine Gesetzesänderung im Organisationsgesetz genehmigen. «Auch die Regionalkonferenz Bern-Mittelland muss einverstanden sein», sagt Baumann. «Ich habe den Eindruck, dass man dort ungern das Einverständnis zum Wechsel geben wird. Trotzdem erwarte ich, dass man uns gehen lässt.»

Thun in jeder Hinsicht näher

Im Sommer 2015 waren es die neu ausgehandelten Kulturverträge für die Regionalkonferenz gewesen, die das Fass zum Überlaufen brachten: Die Gemeinde wurde nicht warm mit der Idee, jährlich 9000 Franken an Kulturinstitutionen in und um die Stadt Bern zu bezahlen. Dies ist aber nicht der einzige Grund dafür, dass die Lindener künftig offiziell näher an die Stadt Thun heranrücken möchten.

Die Einwohner würden Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten vorwiegend in der Umgebung von Thun nutzen, schreibt die Gemeinde in einer Mitteilung. Auch politisch fühle man sich dem bürgerlich eingestellten Thun näher, heisst es weiter. Und da Linden eine kleine Gemeinde am Rande des Verwaltungskreises sei, würden ihre Anliegen zu wenig ernst genommen.

Thomas Baumann rechnet damit, dass das Stimmvolk 2018 oder 2019 über einen Wechsel abstimmen kann. (Thuner Tagblatt)

Erstellt: 13.10.2017, 10:10 Uhr

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