Stadtrat Imhof tritt zurück, um zu bleiben

Bern

Der langjährige Berner FDP-Stadtrat Mario Imhof tritt nächsten Donnerstag aus dem Parlament zurück. Im Herbst will er aber erneut antreten. Mit einer Pause von mindestens vier Monaten können Stadträte die Amtszeitbeschränkung umschiffen.

Mario Imhof (FDP) möchte wieder Stadtrat werden.

Mario Imhof (FDP) möchte wieder Stadtrat werden.

(Bild: Urs Baumann)

Ralph Heiniger

Drei volle Legislaturen sind genug. So steht es im Reglement des Berner Stadtrats. Doch sind sie das wirklich? Nein, findet der Berner FDP-Stadtrat Mario Imhof. Er rutschte im Januar 2003 in den Stadtrat nach. Wegen der Amtszeitbeschränkung wäre Ende Jahr auch seine politische Karriere beendet. Doch Neorentner Imhof hat noch lange nicht genug von der Politik. «Ich habe immer noch grosse Freude an der Arbeit im Stadtrat, und jetzt habe ich sogar noch mehr Zeit dafür.»

Weil er gerne im Stadtrat bleiben möchte, tritt Imhof am nächsten Donnerstag aus dem Stadtrat zurück. So kann er nämlich im Herbst wieder kandidieren und theoretisch erneut für drei volle Legislaturen im Amt bleiben. Wenn er nämlich für mindestens vier volle Monate nicht Stadtrat war, beginnt die Limite für die Amtszeitbeschränkung wieder von vorne.

«Mir si Bärn» mit Jimy Hofer?

Neben Mario Imhof wird am nächsten Donnerstag auch FDP-Stadträtin Jacqueline Gafner zurücktreten. Für sie rutschen Vi­vianne Esseiva und Christophe Weder in den Stadtrat nach. Weil er seine Nachfolger auf der FDP-Liste bei den kommenden Wahlen nicht direkt konkurrenzieren will, tritt Imhof auf einer eigenen, unabhängigen Liste an.

Auf dieser Liste mit dem Titel «Mir si Bärn» will Imhof politisch Interessierte vereinen, die sich nicht einer bestimmten Partei anschliessen wollen. Ein möglicher Kandidat auf dieser unabhängigen Stadtratsliste ist Jimy Hofer, der dieses Jahr zudem auf der Gemeinderatsliste der SVP antritt. «Ich hoffe, dass wir am Schluss etwa fünfzehn Kandidaten auf unserer Liste haben werden und etwa ein bis zwei Sitze machen», sagt Imhof.

Imhof bleibt FDP-Mitglied

Bei der FDP nimmt man Imhofs Entscheid zur Kenntnis. «Das ist seine Sache», sagt Parteipräsident Philippe Müller. «Doch dies entspricht meiner Meinung nach eigentlich nicht dem Sinn der Amtszeitbeschränkung», findet Müller.

Imhof will seiner Partei aber auch auf einer unabhängigen Lis­te treu bleiben. «Ich werde ganz bestimmt nicht aus der FDP austreten», betont er. Als Amtsträger habe er der Partei schliesslich viel zu verdanken. «Zudem ist meine politische Einstellung durch und durch freisinnig.»

Imhof möchte aus mehreren Gründen weiter politisieren. Zum einen sei es für seine Tätigkeit als Organisator der Eisbahn auf dem Bundesplatz ein Vorteil, einen Fuss im Parlament zu haben. Zum anderen möchte er ­weiterhin als Schlagzeuger in der Stadtratsband Fraktionszwang musizieren.

Generell sei er offen für alle Anliegen der Bernerinnen und Berner, betont er. Eines seiner wichtigsten Anliegen sei aber die «vernünftige – nicht ideologische – Verkehrsteilung mit gesundem Menschenverstand», wie Imhof sagt.

Für Verkehr und Gewerbe

Die Strassen sind für ihn die Lebensadern der Stadt Bern. Eine Stadt könne wirtschaftlich nur funktionieren, wenn sie auch Platz für den motorisierten Verkehr habe. Der totale Umstieg aufs Velo, wie ihn die städtische Linke propagiere, sei wirtschaftsfeindlich und gerade für ältere Semester – zu denen sich der ­aktive Unternehmer mit 65 Jahren ebenfalls zählt – teilweise unmöglich oder nur bedingt sinnvoll.

Imhof: «Es braucht im Par­lament die ganze Bandbreite der Verkehrsteilnehmer, vom Fussgänger über den ÖV-Benutzer bis hin zu Personen, die Auto ­fahren.»

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