Zollikofen

Zu viel Licht ist nicht erwünscht

ZollikofenDie Nächte seien zu hell, findet Marceline Stettler (GFL). Die Parlamentarierin hat eine Motion eingereicht, welche Lichtverschmutzung in Zollikofen begrenzen soll. Der Gemeinderat erachtete die Forderungen als erfüllt.

Die erleuchtete Bernstrasse freut nicht alle. Die Gemeinde solle das Licht reduzieren, fordert Marceline Stettler.

Die erleuchtete Bernstrasse freut nicht alle. Die Gemeinde solle das Licht reduzieren, fordert Marceline Stettler. Bild: Iris Andermatt

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«Licht im Übermass stört Mensch, Tier, Natur und Umwelt», sagt Marceline Stettler (GFL). Die Parlamentarierin hat im Zollikofer Parlament zu diesem Thema eine Motion eingereicht. Sie und ihre Mitunterzeichnenden verlangen, dass sich der Gemeinderat «aktiv gegen die Lichtverschmutzung einsetzt». Er soll Massnahmen erlassen, damit unnütze Beleuchtungen abgeschirmt, gedimmt oder teils ganz gelöscht werden.

Viel Licht an der Bernstrasse

Künstliche Beleuchtung im Aussenraum sei allgegenwärtig, so Stettler. Oft brenne Licht aber ohne Nutzen: wenn es falsch ausgerichtet sei, zu intensiv strahle oder wenn es brenne, ohne einem Zweck zu dienen. Stettler kann dies aus nächster Nähe beobachten, sie wohnt an der Bernstrasse. Dort sieht man nachts an diversen Stellen beleuchtete Fassaden, helle Schaufenster und Licht, das in Einfahrten unterirdischer Parkplätze leuchtet.

«In gewissen Schaufenstern brennt oft die ­ganze Nacht Licht. Das braucht es doch nicht», so Stettler. Das Argument, dies sei aus Sicherheitsgründen nötig, teilt sie nicht. «Bewegungsgesteuerte Lampen bringen mehr Sicherheit.»

«In gewissen Schaufenstern brennt oft die ­ganze Nacht Licht. Das braucht es doch nicht.»Motionärin Marceline Stettler

Mit ein Auslöser für ihren Vorstoss war Marceline Stettlers Reise nach Tibet im letzten Sommer. «Nachts ist es dort richtig dunkel. Es schien, als könnte man die Sterne fast berühren.» In Tibet sei ihr bewusst geworden, wie viel Licht und wie wenig Dunkelheit es in der Schweiz gebe.

Stettler fordert deshalb, dass bei der öffentlichen Beleuchtung und bei Baubewilligungen verschiedene Punkte beachtete werden müssten: die Ausrichtung des Lichts, die Stärke, aber auch, ob Aussenleuchten überhaupt nötig seien. Dazu sei anzustreben, Lichter von 22 bis 6 Uhr zu dimmen oder zwischen 0.30 Uhr und 5 Uhr ganz zu löschen.

Im Baureglement enthalten

Der Gemeinderat erachtet Stettlers Motion bereits als «vollumfänglich erfüllt». Deshalb empfiehlt er dem Parlament, den Vorstoss als erledigt abzuschreiben. Grund: das neue Baureglement. Es wurde im Rahmen der Ortsplanungsrevision erstellt und soll im April dem Parlament unterbreitet werden. Ein Artikel des Reglements widmet sich den Lichtemissionen. Als Grundsatz gilt: «Störende Beleuchtungen sind nicht zulässig.»

Festgelegt ist zudem, dass Reklamen und beleuchtete Schaufenster von 22 bis 6 Uhr zu dimmen sind. Sofern Licht stört, kann verlangt werden, es auszuschalten. Zudem sollen Aussenbeleuchtungen gerichtet und abgeschirmt sein und nur erforderliche Bereiche beleuchten. Lampen dürfen nur so lange brennen, wie es für ihren Zweck nötig ist.

«Wir werden keine speziellen Kontrollen durchführen und schreiben die Ladenbesitzer auch nicht an.»Gemeindepräsident Daniel Bichsel

Marceline Stettler hat die Antwort positiv aufgenommen: «Ich bin froh, dass wir damit einen Schritt weiter sind.» Sie gesteht ein, sie habe den Artikel zu wenig beachtet, als das Reglement vorlag. Sie sei erst mit dem Einreichen der Motion darauf gestossen. An der Parlamentssitzung vom 22. Februar werde sie aber ein paar Fragen stellen. «Insbesondere interessiert es mich, ob die Gemeinde aktiv wird, um die Bestimmungen in die Tat umzusetzen. Das erwarte ich nämlich.»

Gemeindepräsident Daniel Bichsel (SVP) verneint dies jedoch: «Wir werden keine speziellen Kontrollen durchführen und schreiben die Ladenbesitzer auch nicht an.» Man werde reagieren, wenn es Reklamationen gebe.

Neue LED-Lampen

2015 hat der Gemeinderat beschlossen, im öffentlichen Raum auf LED umzustellen. Bei Strassenlampen und der Beleuchtung öffentlicher Plätze ist die Gemeinde laut Bichsel daran, schrittweise ältere Lampen zu ersetzen. Teilweise seien die LED-Lampen mit Dimmvorrichtungen ausgerüstet: In später Nacht reduzieren sie das Licht. Solche Strassenlampen gibt es in Zollikofen bereits – etwa an der Landgarben- und der Wydackerstrasse sowie an der Bernstrasse. Für letztere ist aber der Kanton zuständig. (Berner Zeitung)

Erstellt: 11.02.2017, 06:59 Uhr

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