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Müll entsorgen bunt gemacht

Gelb, Braun,Violett, Grün – alles Farben, die für die Müllentsorgung der Stadt Bern in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Das neue Farbsack-Trennsystem soll den Bernerinnen und Bernern das Leben erleichtern.

Ursula Wyss, Umweltdirektorin Stadt Bern, (rechts) und Walter Matter, Leiter Abfallentsorgung, präsentieren am Donnerstag das neue Mülltrennsystem. (24.08.2017)
Ursula Wyss, Umweltdirektorin Stadt Bern, (rechts) und Walter Matter, Leiter Abfallentsorgung, präsentieren am Donnerstag das neue Mülltrennsystem. (24.08.2017)
Keystone
Papier, Glas, Plastik und der Hausmüll werden in unterschiedlich farbigen Abfallsäcken zuhause getrennt gesammelt.
Papier, Glas, Plastik und der Hausmüll werden in unterschiedlich farbigen Abfallsäcken zuhause getrennt gesammelt.
Keystone
Das erste Farbsacktrennsystem der Schweiz soll in der Stadt Bern während einem Jahr mit Freiwilligen getestet werden.
Das erste Farbsacktrennsystem der Schweiz soll in der Stadt Bern während einem Jahr mit Freiwilligen getestet werden.
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Während der Alltagsmüll in den Abfalleimer wandert, sammeln sich Glas, Dosen und Zeitungen meist in dafür auserkorenen Behältern – etwa im Reduit, im Keller oder in einer Küchenecke. Sobald diese voll sind, müssen sie zu einer Sammelstelle gefahren und geleert werden – eine nicht nur umständliche, sondern wegen der dafür verwendeten Autos auch eine umweltschädliche Angelegenheit.

Zudem herrsche an den Sammelstellen oft ein Chaos, sagt ­Gemeinderätin Ursula Wyss: «Einerseits gibt es von diesen in der Stadt viel zu wenige, andererseits sind sie jeweils so schnell ­gefüllt, dass wir mit Leeren kaum nachkommen.» Deshalb suchte die Stadt nach einer alternativen Lösung – und wurde in Skandinavien und Frankreich fündig. Bunte Müllsäcke sollen das Problem lösen – ein schweizweit bisher einzigartiges System.

Sortierung von Hand

Im eigenen Haushalt sollte sich durch das System wenig ändern: Nach wie vor trennen Sie Ihren Müll nach den bekannten Kriterien. Nur wird Aluminium nun nicht mehr in einem beliebigen Behälter, sondern in einem grauen Plastiksack gesammelt, Kunststoff in einem gelben, Grüngut in einem grünen und Altglas in einem violetten. Der Kehrichtsack bleibt wie gewohnt blau, für Papier und Karton gibt es eine braune Papiertüte. Diese wiederverwertbaren Beutel werden einfach in den Müllcontainer geworfen. Dieser wiederum wird einmal pro Woche von der Müllabfuhr entleert – die Fahrt zur Entsorgungsstelle fällt also weg.

Was für den Verbraucher eine enorme Erleichterung bedeutet, erschwert die Arbeit der Entsorger: Die gesammelten Säcke müssen vor der Weiterverarbeitung nach Farbe sortiert werden. Während dies in Skandinavien und Frankreich bereits voll automatisch geschieht, soll der Arbeitsschritt in Bern vorerst von Hand erledigt werden. «Unser Partner – die Alpabern AG – will aber auch automatische Sortiersysteme testen», sagt Walter Matter, Leiter Entsorgung und Recycling.

1,6 Millionen Franken Kredit

Ohnehin seien noch viele Punkte unklar: Wo etwa beziehen die Bernerinnen und Berner die verschiedenfarbigen Säcke? Und was passiert, wenn eine Tüte aufreisst? Besonders das Thema Glas sei hierbei noch ein grosses Fragezeichen, erklärt Matter: «Für Glas braucht es sicher einen reissfesten Sack. Können wir diesen nicht herstellen, müssten wir den Rohstoff wohl vom System ausschliessen.»

Um all diese Unsicherheiten zu klären, soll das Trennsystem zuerst im Rahmen eines einjährigen Pilotversuchs getestet werden. Um diesen zu finanzieren, beantragt der Gemeinderat beim Stadtrat einen Kredit von rund 1,6 Millionen Franken. Weitere 130 000 Franken sind nötig, um alle Probanden mit einem Container auszustatten. Stimmt der Stadtrat dem Projekt zu, müsse man etwa 2000 freiwillige Testpersonen finden.

Angepeilt werden ganze Liegenschaften – einige davon werden angefragt, andere würden sich sicher auch freiwillig melden. Die Tester dürften das System auch nahtlos bis zu seiner definitiven Einführung weiterverwenden, betont Müller: «Die Erfahrung aus Skandinavien zeigt nämlich: Hat man die bunten Tüten erst einmal, will man sie nicht wieder hergeben.»

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