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Alte schummeln am Berner Grand Prix

Den 16,1 Kilometer langen Hauptlauf hat Daniel Chebii gewonnen. So stehts in dieser Zeitung. Und ist doch falsch.

Nicht Daniel Chebii, sondern Albert Anderegg hat den GP gewonnen. Der Kenianer Chebii war zwar mit 46:15 der Schnellste. Doch berücksichtigt man den Altersbonus, hat ihn der 66-jährige Berner Anderegg mit 1:00:30 weit hinter sich gelassen. Feststellen lässt sich dies, weil der Grand Prix als einziger Schweizer Lauf eine Relativwertung führt. Sie erfasst mit einer Prozentangabe, dass Läufer im Alter langsamer werden. Je höher diese Zahl, desto besser ist der Sportler verglichen mit den schnellsten GP-Teilnehmern seines Alters. Chebii hat 113 Prozent, das ist super. Anderegg hat 122 Prozent, das ist extra-spezial-supergut.

Das war der sportliche schöne Teil. Nun folgt der unsportliche unschöne Teil. Ganz klar: Anderegg lief in der richtigen Kategorie, Männer, 65 bis 70 Jahre. Dies ist nicht bei allen Läufern so. Wer in die vordersten Ränge läuft, kann zwar nicht schummeln. Doch niemand kontrolliert, ob sich weiter hinten ein 64-Jähriger in die 65er-Kategorie einschreibt und sich so um Ränge und Prozente verbessert. Anderegg hat dies nicht gemacht. Aber es ist anzunehmen, dass einige der 25'500 Sportlerinnen und Sportler der Versuchung erlagen, den Rang zu schönen. Darauf angesprochen, betonen die GP-Organisatoren, dass sie zwar keine konkreten Hinweise haben, solche Manipulationen aber nicht ausschliessen können.

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