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American Nightmare

In Kafkas «Amerika» gerät ein Jüngling vom Regen in die Traufe und von dort in den Sumpf. Ueli Jäggis Regiedebüt am Konzert Theater Bern macht Längen mit Stärken wett: gute Schauspieler, kalte Bühne und etwas Slapstick.

Mit Hut, Schirm und Koffer: Karl Rossmann (Philippe Graber) erlebt in Amerika nichts Gutes.
Mit Hut, Schirm und Koffer: Karl Rossmann (Philippe Graber) erlebt in Amerika nichts Gutes.
Annette Boutellier

Der Jüngling Karl Rossmann (Philippe Graber) ist von Beginn weg verloren. Er ist kein Hoffnungsvoller auf der Überfahrt nach Amerika, sondern Verstossener. Die Liebschaft mit einer 35-Jährigen bringt seine Familie in Zugzwang und ihn ins Verderben.

Um die drohenden Alimente zu vermeiden, verschifft sie Karl nach Amerika und erklärt ihn als verschollen. Franz Kafkas (1883–1924) Arbeitstitel zum Romanfragment lautete denn auch «Der Verschollene». Als sein Verlegerfreund Max Brod den Text 1927 posthum veröffentlichte, nannte er ihn «Amerika».

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