Stadt Bern

Ampeln stiften Verwirrung

Stadt BernWegen der RBS-Baustelle regeln am Bier­hübeli Ampeln den Verkehr. Dabei übersehen viele, dass die Fahrzeuge von rechts und die Fussgänger Vortritt haben.

Nicht Grün, sondern blinkendes Gelb: Die Autofahrer müssen den Fussgängern den Vortritt lassen.

Nicht Grün, sondern blinkendes Gelb: Die Autofahrer müssen den Fussgängern den Vortritt lassen. Bild: Beat Mathys

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Erschrocken springt der Mann auf dem Fussgängerstreifen beim Bierhübeli zur Seite. Denn der Autofahrer, der zuvor noch am Fussgängerstreifen gewartet hatte, gibt plötzlich Gas. Der Fussgänger ärgert sich, dass ihm unvermittelt der Vortritt entzogen wird. Und der Autofahrer fragt sich, warum der Fussgänger einfach über die Strasse läuft. Ähnlich läuft es beim Rechtsvortritt: Ob der Vortritt gewährt wird oder nicht, ist häufig Glückssache.

Ursache für die gefährlichen Missverständnisse sind die vier provisorischen Ampeln beim Bierhübeli. Sie sorgen dafür, dass der Einbahnverkehr bei der Baustelle für den neuen RBS-Bahnhof funktioniert. Trotzdem gelten auch die üblichen Verkehrsregeln, nämlich der Vortritt für Fussgänger auf dem Fussgängerstreifen und der Rechtsvortritt.

Erstaunen und Verärgerung

Die Ampeln funktionieren deshalb auch nicht wie normale Ampeln. Das Licht springt von Rot auf Rot-Gelb – und danach nicht auf Grün, sondern auf blinkendes Gelb. Das bedeutet: Die Fahrer dürfen zwar losfahren, müssen aber sowohl den Fussgängern als auch den Fahrzeugen von rechts den Vortritt lassen.

Allerdings warten viele Auto- und Velofahrer am Bierhübeli das blinkende Gelb gar nicht ab. Wenn auf der Ampel endlich unter dem Rot das Gelb aufleuchtet, fahren sie – in der Annahme, dass Grün folge – los.

Einige sind erstaunt, andere sogar verärgert, wenn sie plötzlich Fussgänger vor sich haben oder von rechts ein Fahrzeug kommt. Handkehrum werden viele Fussgänger von den forschen Autofahrern überrumpelt, wenn diese unvermittelt Gas geben. Denn sie haben keine Ampeln und erwarten zu Recht, dass die Autos halten.

Einen Unfall hat die Polizei bisher noch nicht registriert. Eine andere Lösung sieht der RBS, der für die Baustelle verantwortlich ist, nicht. «Die Baustellenampeln sind korrekt geregelt», sagt Christine Schulz, Mediensprecherin des RBS. «Das gelbe Blinklicht bedeutet nicht freie Fahrt.» Sie sagt auch, dass die Verkehrspolizei die Lichtsignalregelung für den Einbahnverkehr am Bierhübeli abgesegnet hat.

«Das gelbe Blinklicht bedeutet  nicht freie Fahrt.»

Christine Schulz, RBS

Engpass bleibt bestehen

Das ändert nichts daran, dass die Ampeln Verwirrung stiften. Solche Ampeln, die nicht auf Grün wechseln, sind nur in Ausnahmefällen – etwa bei Baustellen – erlaubt. Die Verkehrsteilnehmer müssen sich also erst daran gewöhnen. Bis dahin sind die Ampeln vermutlich schon wieder weg. In rund anderthalb Monaten sollten die Fahrzeuge am Bier­hübeli laut Schulz wieder kreuzen können.

Was weiter bleibt, ist ein Engpass neben der Gross­baustelle. Dort wird das Trottoir abgestützt, damit die Bauarbeiter nach der Vorbereitungszeit nun die eigentliche Baugrube für den Zufahrtstunnel ausheben können. (Berner Zeitung)

Erstellt: 04.09.2018, 09:16 Uhr

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